Unsere Preisträger 2020: Die Fachgruppe Ornitholgie des NABU Kreisverbands PrignitzFünf Jahrzehnte Engagement für den Weißstorch

Seit 50 Jahren engagieren sich die ehrenamtlichen Vogelschützer kontinuierlich für den Schutz der Weißstörche. Die Prignitz trägt hierfür eine besondere Verantwortung, weil die Brandenburger Elbaue zu den storchenreichsten Regionen Deutschlands zählt. Beeindruckend ist besonders die Bandbreite ihrer Aktivitäten:

  • Seit 1970 beringen sie jedes Jahr etwa 200 Küken und kontrollieren fast 400 Alttiere. Ihr Monitoringsystem ist Fundament für internationale Standards. Ihr Datenpool gilt weltweit als einzigartig.
  • Sie beteiligen sich aktiv an der aktuellen Forschung. Mit ihren Daten werden Zusammenhänge zwischen Arterhalt, Klimawandel und Landnutzungsveränderungen wissenschaftlich untersucht.
  • Sie vernetzen sich regional, national und international durch Fachtagungen und Fachveröffentlichungen für den Weißstorchschutz.
  • Sie stehen im engen Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern, landwirtschaftlichen Betrieben, Energieunternehmen und Vereinen, zum Beispiel mit dem Storchenclub Rühstädt. So schaffen sie Nistmöglichkeiten und erhalten Nahrungshabitate.

Langen Aufzeichnungsreihen wie dieser der Fachgruppe Ornithologie ist es zu verdanken, die Brisanz von Veränderungen im Vogelbestand rechtzeitig einschätzen zu können. So wird der aktuelle, seit 2014 zu beobachtende rückläufige Trend in der Weißstorchpopulation als alarmierend eingeschätzt.

Aus der Jury-Begündung

Mit dem Naturschutzpreis wird in diesem Jahr ein Lebenswerk geehrt: Seit 50 Jahren konzentriert sich die Fachgruppe Ornithologie konsequent auf den Schutz des Weißstorches. Die Langfristigkeit, Kontinuität und Beharrlichkeit des ehrenamtlichen Engagements schätzte die Jury als außergewöhnlich ein. Das Projekt liefert aus ihrer Sicht zudem wichtige Impulse für eine nachhaltige Entwicklung der Region: Zum einen ist es eingebettet in eine umfangreiche internationale Forschung. Darüber hinaus ist der Weißstorch für die Region ein Wirtschaftsfaktor. Allein das Storchendorf Rühstädt zieht jährlich tausende Touristen an. Bemerkenswert ist aus Sicht der Jury auch die regionale, nationale und internationale Vernetzung der Fachgruppe. Zahlreiche Fachtagungen werden besucht, um über die Bestandszahlen zu berichten und das grenzübergreifende Netzwerk für den Storchenschutz zu nutzen. Bei der Instandsetzung und Neuanlage von Nisthilfen sowie dem Erhalt seiner Nahrungshabitate arbeitet die Gruppe mit zahlreichen Partnern und Partnerinnen zusammen und stimmt zum Beispiel mit Landwirten ein angepasstes Grünlandmanagement ab. Damit trägt sie maßgeblich zur Akzeptanz des Weißstorches in der Region bei und sensibilisiert die Menschen zusätzlich durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit für den Naturschutz.