Mehr Leben im Thymenfließ Umfangreiche Gewässeraufwertung beginnt
Fürstenberg/Havel (07.10.2026) – Bagger sind derzeit am Thymenfließ im Landkreis Oberhavel im Einsatz. Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg setzt hier im Rahmen ihres landesweiten EU-Projekts „LIFE Bachmuschel“ umfangreiche Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung des Gewässers um. Kies und Totholz sollen die natürliche Dynamik des Baches fördern und neue Lebensräume für bedrohte Muschel- und Fischarten schaffen.
Auf einem rund drei Kilometer langen Abschnitt des Thymenfließes zwischen dem Thymensee und Altthymen wird das Projektteam von „LIFE Bachmuschel“ 28 Totholzstrukturen und 45 Kiesbänke einbauen lassen. An drei Stellen wird das Ufer abgeflacht. Der Bach soll damit langfristig ökologisch aufgewertet und wieder naturnäher werden. Die Firma Wasserbau Garnatz und Söhne aus Alt Ruppin setzt die Baumaßnahmen am Gewässer um. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Januar 2027.
„Das Totholz in Form von Baumstämmen und Astwerk verengt das Gewässerbett und sorgt für unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten und Strömungen“, erklärt Projektleiter Michael Zauft. „So geben wir dem Gewässer mit relativ einfachen Mitteln wieder mehr Dynamik und neue Lebensräume.“
Die Maßnahmen kommen zahlreichen Tierarten zugute. Bachneunauge, Steinbeißer und Quappe profitieren von den vielfältigeren Strömungsverhältnissen. Jungfische und Wasserinsekten, darunter Köcherfliegen- und Libellenlarven, finden in den Totholzstrukturen Schutz und neue Rückzugsräume.
Die vom Aussterben bedrohte Bachmuschel kann sich in der sandig-kiesigen Gewässersohle wieder ausbreiten. Dort ernährt sie sich von treibenden Algen, Bakterien und anderem organischem Material, das sie mit ihren Kiemen aus dem Wasser filtriert. Auf die gleiche Art nimmt sie auch Sauerstoff zum Atmen auf und reinigt dabei das Wasser von anderen Schwebestoffen. Die neu entstehenden Kiesbereiche bieten zudem Laich-plätze für Fische und Bachneunaugen.
Die Firma Wasserbau Garnatz und Söhne aus Alt Ruppin setzt die Baumaßnahmen am Gewässer um. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Januar 2027.
Das Thymenfließ wurde in den 1920er Jahren stark ausgebaut und begradigt, um die angrenzenden Flächen landwirtschaftlich nutzen zu können. Der heute rund sechs Meter breite und damit vergleichsweise große Querschnitt des Gewässers und die geringen Abflüsse führen insbesondere im Sommer zu einer starken Verkrautung und zu Sauerstoffmangel im Wasser. Darunter leiden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die auf naturnahe Gewässerstrukturen und gute Sauerstoffverhältnisse angewiesen sind.
EU-Gelder für die Bachmuschel
2023 hat die Stiftung NaturSchutzFonds ihr Projekt „LIFE Bachmuschel“ gestartet. In elf Fließgewässern in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Dahme-Spreewald, Spree-Neiße, Oder-Spree und Oberspreewald-Lausitz sollen die Vorkommen der Kleinen Bachmuschel erhalten sowie deutlich vergrößert und damit langfristig stabilisiert und gesichert werden. Hierfür fließen bis 2032 mehr als acht Millionen Euro aus dem LIFE-Programm der Europäischen Union für Natur-, Arten- und Gewässerschutz nach Brandenburg.
„LIFE Bachmuschel“ ist das mittlerweile fünfte Großprojekt, für das die Stiftung erfolgreich Fördermittel bei der Europäischen Union einwerben konnte.
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Rund 1.400 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Land-wirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.
Ihre Kontakte
Michael Zauft Projektleitung LIFE Bachmuschel
Tel.: (0331) 97 164-868
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Sarah BudeÖffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0331 97164-892
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Marc ThieleLeiter Öffentlichkeitsarbeit
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