Das Foto zeigt ein Kleingewässer nach den Maßnahmen: In der Wasserfläche spielgeln sich Wolken und blauer Himmel. An wenige Stellen ist Röhricht zu sehen.

Von Laubfrosch bis RebhuhnNeue Lebensräume in Oberhavel

Gransee (29.09.2026) – Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg setzt in der Gemeinde Großwoltersdorf nördlich von Gransee (Landkreis Oberhavel) ihre Arbeiten für neue Lebensräume in der Agrarlandschaft fort. Neben Amphibien hilft die Stiftung diesmal auch dem vom Aussterben bedrohten Rebhuhn. 

Im Herbst des vergangenen Jahres 2025 hatte die Landes-Naturschutzstiftung erste Maßnahmen für mehr Natur in der Agrarlandschaft zwischen den Ortschaften Großwoltersdorf und Neulögow im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land realisiert. Möglich wurde dies durch die Unterstützung der Flächeneigentümer und einer Landnutzerin.

Seinerzeit sorgte die Stiftung mit dem Einbau einer Sohlschwelle in einen Graben für einen besseren Wasserrückhalt im Gebiet. Die Idee kam aus dem Naturpark. Zudem hatte die Stiftung drei Feldsölle als Amphibienlebensraum wiederhergestellt und neue Versteckmöglichkeiten für die Lurche an Land geschaffen.

Daran knüpft die Stiftung nun an und lässt weitere zehn Lesesteinhaufen als Landlebensräume für Amphibien aber auch für Reptilien wie die Zauneidechse anlegen. Die Steinhaufen sind auch für Steinschmätzer geeignet, die im weiteren Umfeld vorkommen. Die Vogelart hat in den vergangenen Jahrzehnten deutliche Bestandsrückgänge erlitten und gilt deutschlandweit als vom Aussterben bedroht. Brandenburg zählt zwar noch zu den wichtigsten Brutgebieten des Steinschmätzers, dennoch ist die Art auch hierzulande sehr selten geworden.

Breite Hecke hilft dem Rebhuhn

Ein anderes Kernstück der aktuellen Naturschutzbemühungen ist eine umfangreiche Heckenpflanzung: Auf 440 Metern Länge werden einheimische Gehölze in den Boden gebracht. Dabei wird die Hecke mit elf Metern angelegt – deutlich breiter als üblich. Ninett Hirsch vom NaturSchutzFonds erläutert: „Wir fördern mit der Heckenpflanzung die Wiederansiedlung des Rebhuhns in dieser Gegend. Die Vögel sind auf solche besonders breiten und dichten Strukturen angewiesen, um sich vor Räubern wie Fuchs oder Waschbär verstecken zu können. Aber auch andere Vogelarten wie Nachtigall und Dorngrasmücke profitieren davon, ebenso kleine Säugetiere wie Igel und zahlreiche Insekten.“

Im Rahmen ihrer Hege unternimmt die örtliche Jägerschaft aktuell Bemühungen, das lokal ausgestorbene Rebhuhn wieder anzusiedeln. „Unser Ziel ist es, nach und nach eine stabile Population aufzubauen, die perspektivisch auch die umliegenden Reviere besiedelt. Hierfür übernehmen wir in Kooperation mit dem Rebhuhnschutzprojekt des Jagdverbands Pritzwalk die Nachzucht der Tiere sowie das Prädatorenmanagement“, sagt Christopher Paszkowsky, Vorsitzender des Kreisjagdverbands Oberhavel.

15 Exemplare werden bis Mitte Oktober aus einer Voliere in die Freiheit entlassen, landesweit sind es dieses Jahr 150 Exemplare. Weitere Tiere sollen im nächsten Jahr folgen.
Der Vogel des Jahres 2026 zählte einst zu den charakteristischen Arten für strukturreiche offene Agrarlandschaften. Mittlerweile ist das Rebhuhn in Brandenburg vom Aussterben bedroht und in vielen Gegenden bereits verschwunden. Fehlende Säume, Hecken, Brachen und Feldraine, die Gefahr durch Raubtiere und der Mangel an Insektennahrung sind hierfür die wesentlichen Ursachen.

Christopher Paszkowsky: „In Neulögow entsteht ein Vorbildprojekt, das landesweit Schule machen sollte. Hier arbeiten Landnutzer, die Stiftung NaturSchutzFonds und die Jägerschaft Hand in Hand.“ Dabei diene das Rebhuhn, das keine Jagdzeit hat, als Indikator- und Leitart für einen intakten Lebensraum. Von den Maßnahmen für die Hühner würden alle Bodenbrüter sowie Amphibien, Reptilien und viele Wildtiere profitieren, so der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes.
 


Ihr Kontakt

Marc ThieleLeiter Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0331 / 971 64 820
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Christopher Paszkowsky Kreisjagdverband Oberhavel e.V.

Telefon: 01573/ 165 22 96
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