RangerTipp: Schwanenballett zur Winterzeit Singschwantage im Nationalpark Unteres Odertal

Singschwäne (Cygnus cygnus) zieht es als nordische Wintergäste Jahr für Jahr aus ihren skandinavischen und osteuropäischen Brutgebieten nach Brandenburg.

In großer Zahl von mehreren Hundert Tieren kann man sie vor allem im Januar und Februar auf den überfluteten Polderflächen im Nationalpark Unteres Odertal. Dort finden vom 3. bis 5. Februar die 13. Singschwantage statt. Die Gäste erwarten Fachvorträge und Exkursionen rund um die weißen Sänger. Das Programm findet sich auf der Website des Nationalparks.

Auch im Rambower Moor im Biossphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, in den Naturparken Niederlausitzer Landrücken, Westhavelland und Nuthe-Nieplitz überwintern Singschwäne.

Tipps für die Beobachtung

Frühes Aufstehen lohnt sich. Leise plappern die Singschwäne in den erwachenden Tag, ihre Konturen werden mit jedem Lichtstrahl deutlicher. Wer die eleganten Langhälse bei ihrem genüsslichen Morgenbad beobachten möchte, sollte hinter dem Spektiv oder Fernglas bei winterlichen Temperaturen warm eingepackt sein. Auch auf dem Eis stehend – mal auf dem einen, mal auf dem anderen Bein – wird gezupft, gerupft, gezogen und gebogen. Ein Schwanenballett der besonderen Art.

Das morgendliche Herausputzen wird fortwährend mit melancholischem Gesang begleitet, der den Tieren ihren Namen einbrachte. Er erinnert an Posaunen und ist über weite Strecken gut zu vernehmen. Ihre Ruffreudigkeit unterscheidet die Singschwäne übrigens von ihren stummen Verwandten – den Höckerschwänen, die ganzjährig in Brandenburg anzutreffen sind. Durch das Fernglas betrachtet lassen sich beide auch durch die Schnabelfarben gut unterscheiden: Der Schnabel der Singschwäne leuchtet gelb-schwarz, während der des Höckerschwans orange gefärbt ist.

Singschwäne sind äußerst scheu. Wer sich ruhig verhält, gedeckte Farben trägt und Abstand hält, kann diese besonderen Wintergäste dennoch beobachten. Auf Aussichtstürmen oder regelmäßig genutzten Wegen sind die Tiere an den Menschen gewöhnt. Von hier aus lassen sie sich in aller Ruhe betrachten.

Frühlingsgefühle zur Winterzeit

Mit etwas Glück können Winterwanderer auch die Balzrufe der Seeadler hören. Für Brandenburgs größte Greifvögel beginnt im Januar die Werbezeit. Ihr majestätischer Flug ist schon Erlebnis genug, doch wer einmal die Balz in der Luft beobachtet, wird fasziniert nach Hause gehen. Zwei, die nah beieinander fliegen, wieder auseinanderstieben, um gleich darauf, auf dem Rücken fliegend, Purzelbäume zu schlagen. Ein Ritual, das auch bei anderen Greifvögeln zu beobachten ist. Je kleiner, umso wendiger.

Eine Übersicht zu den Beobachtungs- und Aussichtstürmen in Brandenburg sowie allen RangerTouren im Winterhalbjahr findet sich unter: www.rangertouren-brandenburg.de