Die Shortlist 2025Naturschutzprojekte, die wir vorstellen wollen

Ob besondere Leistungen im praktischen Naturschutz, kreative Umweltbildung oder eine beispielhafte Naturschutz-Kommunikation... Auch 2025 haben uns die Bewerbungen um den Brandenburger Naturschutzpreis wieder beeindruckt. Nur zwei konnten wir auszeichnen, aber lassen Sie sich inspirieren von den Projekten und Personen, die es in die engere Wahl geschafft haben.

Fario e.V.Wiederansiedlung von Lachs und Forelle

Foto: Fario e.V.

1995 von sechs gleichgesinnten Fliegenfischern in Berlin gegründet, setzen sich mittlerweile 150 Mitglieder für den Erhalt und die Förderung intakter Fließgewässerlandschaften ein, zum Beispiel besonders intensiv für die Renaturierung der Flüsse Dosse und Stepenitz nördlich von Berlin. Für die Anlage eines neuen Laich- und Jungfischhabitats an einem ehemaligen Wehr in der Dosse bei Dossow wurde der Verein im September 2022 bereits als “Gewässer-Verbesserer” ausgezeichnet. Fario e.V. betreibt seit 2013 im Landkreis Prignitz ein eigenes Bruthaus: Ehrenamtlich erbrüten Vereinsmitglieder hier jedes Jahr zehntausende Meerforellen und Lachse und ziehen sie auf. Für eine selbsterhaltende Population in der Stepenitz ist ein sicheres homing unabdingbar. Habitatverbesserung im Flusssystem Stepenitz und eine Öffentlichkeitsarbeit, die die lokale Bevölkerung auf die hohe ökologische Bedeutsamkeit des Flusssystems hinweist, gehören ebenfalls zur ehrenamtlichen Arbeit. farioev.de/

Schafzuchtverband Berlin Brandenburg e.V.Eine Lobby für die vierbeinigen Landschaftspfleger

Foto: Schafzuchtverband Berlin Brandenburg e.V.

Der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e.V. (SZVBB) vertritt über 300 Schaf- und Ziegenhalter in der Region. Die Pflege und Förderung alter Nutztierrassen ist einer der Schwerpunkte, der nicht nur aus genetischer Sicht wichtig ist, sondern auch für die Erhaltung von Kulturlandschaften und die Förderung der Biodiversität. Alte Schafrassen wie das Rauhwollige Pommersche Landschaf, die Skudde oder das Coburger Fuchsschaf sind besonders robust und genügsam. Sie sind gut an die klimatischen und ökologischen Bedingungen der Region angepasst. Durch die extensive Haltung dieser Tiere werden wertvolle Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten gesichert: In beweideten Offenlandbiotopen wie Trockenrasen oder Heiden sorgen sie durch ihre schonende Weidetätigkeit für den Erhalt artenreicher Lebensräume. Der Verband hat es sich zum Ziel gesetzt, das Wissen um diese Rassen weiterzugeben, Schäferinnen und Schäfer fachlich zu unterstützen und die Öffentlichkeit für den Wert alter Nutztierrassen zu sensibilisieren. www.schafzuchtverband-berlin-brandenburg.de/

Äpfel und Konsorten e. V.Streuobstwiesen als Inseln der Biodiversität

Infografik: Äpfel und Konsorten e.V.

Die Mitglieder des Vereins Äpfel & Konsorten e. V. engagieren sich seit 2012 für den Erhalt von Streuobstwiesen in Brandenburg. Der Verein pachtet und kauft alte Streuobstwiesen und legt neue Streuobstflächen an. Aktuell werden rund 28 Hektar Streuobstwiesen an 18 Standorten in Brandenburg betreut. Mehr als 400 Freiwillige unterstützen den Verein dabei. Die weiteren Schwerpunkte: die Beratung von Landwirt*innen, Privatpersonen und Streuobst-Initiativen zur Neuanlage und Pflege von Streuobstflächen, ein Baumpatenschaftsprogramm für die Neupflanzung und Pflege von hochstämmigen Obstbäumen, diverse Bildungsveranstaltungen rund ums Streuobst und eine zweijährige Ausbildung für Obstgehölz- und Streuobstwiesenpflege. www.aepfelundkonsorten.org/

Institut zur Entwicklung des Ländlichen Kulturraums e.V. lebens.mittel - Rekultivierung der Baruther Streuobstwiesen

Foto: Institut zur Entwicklung des Ländlichen Kulturraums e.V.

Wie in anderen ländlichen Regionen Brandenburgs gehören Streuobstwiesen zum Erscheinungsbild der Stadt Baruth/Mark und ihrer zwölf Ortsteile. Der ortsansäßige Verein Institut zur Entwicklung des Ländlichen Kulturraums e.V. kümmert sich um Erhalt und Pflege dieser Flächen. Seit 2022 läuft die Initiative lebens.mittel als Pilotprojekt für nachhaltige Regionalentwicklung; es wird in Zusammenarbeit mit der Stadt, der Freien Oberschule Baruth FOB sowie mit Unterstützung vom Partnerverein Äpfel & Konsorten e.V. umgesetzt. Zu den Schwerpunkten gehört die Rekultivierung lokaler Streuobstwiesen, eine Reihe gemeinschaftsfördernder Aktivitäten oder das Grüne Klassenzimmer auf der Streuobstwiese. Ein besonderes Highlight ist das Brettspiel EPIC APPLE. Dieses Lernspiel hat der Trägerverein gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt. Es wird seit zwei Jahre erfolgreich lokal vermarktet. lebens.mittel.i-ku.net/

Schüler*innen-Genossenschaft „Erdkinderclan“ Naturbildung an der Montessori Oberschule Strausberg

Foto: Montessori Oberschule Strausberg

“Das Blaue Haus blüht” ist das Leuchtturmprojekt der Schülergenossenschaft “Erdkinderclan” an der Montessori Oberschule Strausberg. Umgeben ist das Blaue Haus - ein früheres Schulgebäude - von einem 2,6 Hektar großen naturnahen Gelände im Randbreich des FFH-Gebiets “Rotes Luch Tiergarten”. Dieses Gelände mit Feuchtwiese, Streuobstbestand, Kleingewässern, artenreichem Grünland und Übergangszonen pflegen und entwickeln die Jugendlichen selbst: eine Imkerei, eine Streuobstwiese, ein Gewächshaus mit PV-Anlage und Aquaponic gehören dazu. Geplant sind Beobachtungsstationen für Natur- und Klimaphänomene sowie eine Kooperation mit dem Insttut für Meteorologie der Freien Universität Berlin, um Wetterdaten im Mikroklima zu erfassen und zu analysieren. Kurz: Das Blaue Haus macht ökologisches Lernen konkret. montessori-strausberg.de/


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