Landschaftspfleger auf vier BeinenPferde und Rinder beweiden den Weißen Berg bei Bahnsdorf
Neu-Seeland (29.10.2026) – Naturschutz durch Beweidung: Drei Konik-Hengste und zwei
Galloway-Rinder helfen dabei, die wertvollen Dünenlebensräume am Weißen Berg bei Bahnsdorf zu erhalten und die Artenvielfalt langfristig zu fördern.
Um die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt am Weißen Berg bei Bahnsdorf im Landkreis Oberspreewald-Lausitz zu bewahren, setzt die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg auf tierische Landschaftspfleger: Seit einigen Wochen übernehmen drei Konik-Hengste und zwei Galloway-Rinder die Pflege der offenen Flächen im Naturschutzgebiet „Weißer Berg bei Bahnsdorf“.
„Die Tiere beweiden insgesamt rund 20 Hektar, drängen Landreitgras zurück, halten die Dünen offen und verteilen die Samen der spezialisierten Pflanzen im gesamten Gebiet.,“ erklärt Projektleiterin Janine Ruffer. „Durch ihre unterschiedliche Fressweise und ihr Verhalten schaffen sie abwechslungsreiche Vegetationsstrukturen und fördern damit die Artenvielfalt.“
Eine Landschaft mit eiszeitlicher Geschichte
Der Weiße Berg ist Teil eines Binnendünenzugs, der gegen Ende der letzten Eiszeit vor rund 11.000 Jahren entstanden ist. Heute prägt ein vielfältiges Mosaik besonderer Lebensräume die Landschaft: Neben offenen Dünen und Grasfluren finden sich hier Trockenrasen, Heideflächen und seltene Steppen-Kiefernwälder.
Über Jahrhunderte hielten Rinder, Schafe und Schweine solch karge Flächen durch Beweidung offen. Erst zu DDR-Zeiten wurden die Dünen am Weißen Berg zunehmend mit Kiefern aufgeforstet. Die Bäume beschatteten den Boden und verdrängten damit sonnenliebende Pflanzenarten wie Sand-Silberscharte, Sand-Thymian und Katzenpfötchen. Zusätzlich versauerte die Nadelstreu die ohnehin nährstoffarmen Böden.
Freie Sandflächen für seltene Pflanzen
Um die ursprünglichen Dünenlebensräume wiederherzustellen, hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg im Rahmen ihres Projekts „LIFE Trockenrasen“ bereits im vergangenen Winter Kiefern und andere Gehölze entfernt, Wurzelstubben ausgegraben und offene Bodenflächen geschaffen.
Anschließend brachte das Projektteam gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam seltene Pflanzenarten durch Pflanzungen und Aussaat wieder zurück. Auf den nun wieder offenen, sonnenbeschienenen Sandflächen finden sie die geeigneten Bedingungen, um sich auszubreiten und langfristig zu etablieren. Janine Ruffer: „Mit dem Einzug der Pferde und Rinder gelingt es, die durch das Projekt wiederhergestellte Struktur- und Artenvielfalt am Weißen Berg bei Bahnsdorf auch langfristig zu erhalten."
Gemeinsam für mehr Artenvielfalt
Die Weidetiere gehören zum Landwirtschaftsbetrieb Kai Schneider aus Klettwitz, der auch die Weidelandschaft Meuro beweidet. Stehen Pferde und Rinder gemeinsam auf der Fläche hat dies besondere Vorteile für die Landschaftspflege: Da die Tiere unterschiedliche Pflanzen bevorzugen und sich verschieden verhalten, entsteht ein abwechslungsreiches Vegetationsbild. Auch dort, wo die Pferde sich im Sand wälzen, entstehen wertvolle offene Bodenstellen. Diese bieten Wildbienen, die ihre Nester im Boden anlegen, geeignete Lebensräume. So profitieren neben den seltenen Dünenpflanzen auch zahlreiche Insekten von der naturnahen Beweidung.
Natur erleben am Weißen Berg
Wer die besondere Landschaft und ihre tierischen Landschaftspfleger kennenlernen möchte, kann dem Wanderweg am Weißen Berg folgen. Neue Informationstafeln vermitteln Wissenswertes über das Gebiet, seine Lebensräume und die Beweidung. Dabei bitte auf den Wegen bleiben und die Weidezäune nicht übersteigen. So lassen sich die Natur und die Tiere gleichermaßen schützen.
Das Projekt LIFE Trockenrasen
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg realisiert gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe von 2019 bis 2026 das Projekt "LIFE Trockenrasen". Mit dem Projekt werden wertvolle Trockenlebensräume im Land Brandenburg geschützt, erhalten und wiederhergestellt. Es wird aus Mitteln der Europäischen Kommission und der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg finanziert. Mehr unter www.life-trockenrasen.de.
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Mehr als 1.400 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Land- und Forstwirtschaftsbetrieben oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.
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Janine RufferLeitung Großprojekte und LIFE Trockenrasen
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Sarah BudeÖffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0331 97164-892
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