Gesunde Gewässer und mehr Wasser für die LandschaftWelttag der Feuchtgebiete

Steinhöfel – Mit Fördermitteln der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg setzt der Wasser- und Landschaftspflegeverband „Untere Spree“ bis zum Herbst zahlreiche Einzelmaßnahmen an Gewässern 2. Ordnung im Landkreis Oder-Spree um. Dies wirkt sich positiv auf den Wasserrückhalt in der Region aus. Auch der ökologische Zustand zahlreicher Gewässer im Landkreis wird sich verbessern und damit der Lebensraum für Fische und andere wassergebundene Arten.

Seit Jahrzehnten geht das Grundwasser auf der Lebuser Platte und in der Müggelspreeniederung zurück. Gründe dafür sind klimatische Bedingungen aber auch die generelle Entwässerung der Landschaft. Hier setzt der Wasser- und Landschaftspflegeverband (WLV) „Untere Spree“ an und realisiert im Rahmen seiner Gewässerunterhaltung zahlreiche Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und zum Wasserrückhalt: Marode Stauanlagen werden Instand gesetzt, Uferbefestigungen teilweise entfernt, Stützschwellen eingebaut, Totholz und andere Strukturelemente eingebracht, Sand- und Geschiebefänge eingerichtet und betrieben.

„Wir könnten noch weitere Maßnahmen aufzählen“, bekräftigt Daniel Lemm, Geschäftsführer des Wasser- und Landschaftspflegeverbands, der mit den ersten Gewässerbauarbeiten bereits im vergangenen Herbst begonnen hatte. Der WLV „Untere Spree“ setzt sich seit seiner Gründung für mehr Wasserrückhalt in der Landschaft und für gesunde Gewässer ein.

„Gut, dass wir nun zeitnah und effektiv handeln können. Fast 30 einzelne Maßnahmen sind geplant und werden bis Oktober 2026 umgesetzt“, sagt Daniel Lemm am heutigen Welttag der Feuchtgebiete, der seit 1997 jährlich am 2. Februar die Bedeutung von Mooren, Auen, Marschland und anderen Feuchtgebieten in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken soll. 

Die Stiftung NaturSchutzFonds fördert das Vorhaben mit 150.000 Euro. Die Mittel stammen aus Ersatzzahlungen, die nun für die zahlreichen Naturschutzmaßnahmen vor Ort eingesetzt werden.

„Der Wasser- und Landschaftspflegeverband Untere Spree ist seit Langem ein wichtiger Partner für Naturschutzprojekte in den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland. Sehr gern unterstützen wir deshalb die Initiative des Verbandes, im Rahmen der Gewässerunterhaltung mit geringem bürokratischem Aufwand spürbare Verbesserungen an den Gewässern und beim nachhaltigen Wasserrückhalt zu erreichen“, so Dr. Holger Rößling, Geschäftsführer des NaturSchutzFonds.

Eine enge Abstimmung mit den Landnutzern und anderen Anliegern bleibt dennoch wichtig, betont Daniel Lemm vom WLV: „Teilweise treten Landwirte und andere Nutzer bereits mit der Bitte an uns heran, den Wasserabfluss aus der Landschaft zu verringern“. 

Zahlreiche Gewässer im Blick

Auf der Lebuser Platte wertet der Verband mehrere Gewässer ökologisch auf. Im Oberlauf des Hasenfelder Buschgrabens und des Charlottenhofer Grabens werden zum Beispiel Totholz ein- und Uferbefestigungen zurückgebaut. Totholz und Sohlsubstrate wie Kies verbessern zukünftig im Upstallgraben und im Demnitzer Mühlenfließ die Gewässerstruktur. Im Demnitzer Mühlenfließ soll zudem die Gewässersohle angehoben werden. Diese Maßnahme bewirkt einen besseren Wasserrückhalt im Gebiet. 

Dabei greift der WLV vor Ort auf gute Erfahrungen zurück, denn im Demnitzer Mühlenfließ wurden bereits vor mehr als 20 Jahren Stützschwellen, Sohlsubstrat und Totholz eingebaut. Auf jegliche Unterhaltungsarbeiten konnte hier seitdem verzichtet werden.

Im Bereich der Müggelspreeniederung hat die Instandsetzung von maroden Stauanlagen für einen besseren Wasserrückhalt Priorität. Die Müggelspree führt im zeitigen Frühjahr nur sehr wenig Wasser und zieht damit das wertvolle Nass übermäßig aus der Niederung. Die geplanten Maßnahmen konzentrieren sich hier auf eine bibersichere Erneuerung der Staubohlen und den Austausch der Spindeln.

Auch hier wird Wert auf die Abstimmung und Zusammenarbeit mit Landwirten vor Ort gelegt, denen die Stauanlagen zugutekommen. Die Landwirte bedienen die Anlagen entweder selbst oder in Abstimmung mit dem Verband. 

Fünf Millionen Euro aus neuem Aktionsprogramm

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg stellt seit diesem Jahr in einem Aktionsprogramm „Wasserhaushalt PLUS“ fünf Millionen Euro bereit, um Brandenburgs Landschaften besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Das Programm richtet sich an Gewässerunterhaltungsverbände sowie Landkreise, Städte und Gemeinden. Insbesondere Gewässerunterhaltungsverbände können die Fördergelder direkt für Projekte zur Gewässerentwicklung und für den Wasserrückhalt verwenden. Zudem eröffnet das Aktionsprogramm Kommunen die Möglichkeit, die Finanzmittel für Eigenanteile zu beantragen, um auf Landes- oder Bundesförderungen zugreifen zu können. 

Fördermittel aus dem Aktionsprogramm „Wasserhaushalt PLUS“ können jederzeit für Projekte unter Beachtung der Förderrichtlinien beim NaturSchutzFonds Brandenburg beantragt werden. Förderhinweise und ein Antragsformular finden sich auf der Webseite der Stiftung unter www.naturschutzfonds.de.

Die Gelder für das Aktionsprogramm stellt die Stiftung aus Ersatzzahlungen bereit. Diese Zahlungen werden von den Verursachern von Eingriffen für die Versiegelung von Böden oder den Bau von Windenergieanlagen und Antennenmasten geleistet. Die Stiftung verwaltet und verausgabt diese Gelder für das Land Brandenburg und sorgt durch ihre Arbeit dafür, dass die Mittel wieder in den Landkreisen und Naturräumen eingesetzt werden, in denen die Eingriffe verursacht wurden. – so wie aktuell im Landkreis Oder-Spree.

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Mehr als 1.300 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.


Ihr Kontakt

Marc ThieleLeiter Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0331 / 971 64 820
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Daniel LemmWasser- und Landschaftspflegeverband "Untere Spree"

Geschäftsführer
Telefon: 033635 / 3900
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