Altes Schwimmbad in Schönewalde wird zur Kinderstube für bedrohte Lurche Gemeinsame Naturschutzmaßnahme im Rahmen des FROG-Projekts
Schönewalde, 26.01.2026 – Wo einst Kinder das Schwimmen erlernten, wird nun eine Kinderstube für Moorfrosch, Laubfrosch und andere Lurche entstehen. Gemeinsam mit dem Gewässerunterhaltungsverband (GUV) „Kremitz-Neugraben“ und in enger Abstimmung mit der Stadt Schönewalde verwandelt die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg das komplett verfallene, alte Schwimmbad in Schönewalde in eine Heimstätte für bedrohte Amphibien.
„Wie die Kinder im alten Schwimmbad Schwimmen gelernt haben, daran erinnern sich heute nur noch die ältesten Einwohner Schönewaldes. In den vergangenen Jahrzehnten ist das Bad komplett verfallen und verlandet und heute kaum noch als solches zu erkennen. Wir möchten die Anlage mit einer neuen Funktion wiederbeleben und es zur Heimstätte für bedrohte Amphibien ausbauen“, erklärt André Freiwald von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Vorrausichtlich bis Ende März ist der mit den Bauarbeiten beauftragte Gewässerunterhaltungsverband „Kremitz-Neugraben“ vor Ort tätig, um das am Stadtrand gelegene Gewässer als Amphibien-Kinderstube herzurichten.
Zunächst entfernt der GUV „Kremitz-Neugraben“ einzelne Birken und Erlen samt Wurzeln, mäht die Uferbereiche und das Schilf. Sobald die winterlichen Temperaturen es zulassen, wird das Gewässer ausgebaggert und an der östlichen Seite ein Flachufer geformt. Damit schafft der Gewässerunterhaltungsverband eine offene Wasserfläche, höhere Wasserstände sowie besonnte Bereiche ohne Beschattung. Das ist für die meisten Amphibien ideal, weil sich das Wasser zur Laichzeit im Frühjahr schnell erwärmt – optimale Bedingungen für die Entwicklung der Kaulquappen. „Danken möchte ich zudem der Fließgrund Agrarproduktion GmbH Schönewalde, auf deren Ackerflächen wir den Aushub aus dem Gewässer ausbringen dürfen“, so Freiwald.
Die maroden Betonmauern werden entfernt und ein naturnahes Ufer gestaltet, um den Amphibien den Zugang zum Wasser zu ermöglichen. Das alte Bad erhält eine neue Böschung zum nördlich angrenzenden Wiepersdorfer Fließ. In der Vergangenheit hatte dort ein Biber Löcher hineingegraben. Zum Schutz wird deshalb ein sogenanntes Biberschutzgitter eingebaut. Außerdem erneuert der GUV „Kremitz-Neugraben“ einige Bauwerke wie zum Beispiel den Ein- und den Auslauf, die für die Wasserhaltung des Gewässers vonnöten sind.
Hintergrund
Amphibien zählen weltweit zu den am stärksten bedrohten Wirbeltieren. Etwa 40 Prozent aller Amphibienarten sind auf Roten Listen verzeichnet. Auch die Frösche und Lurche Brandenburgs sind betroffen: Von den 14 hier vorkommenden Arten gelten lediglich vier als „ungefährdet“. Im Vergleich zu früheren Jahren stellt dies eine Verschlechterung dar. Der Verlust von Lebensräumen und die Auswirkungen des Klimawandels verursachen diese Entwicklung.
Gemeinsam mit Gemeinden, Landwirtschaftsbetrieben oder Flächeneigentümer*innen kümmert sich die Stiftung mit dem Projekt FROG – Förderung, Revitalisierung und Optimierung von (Klein-)Gewässern – in neun Landkreisen und in der Stadt Frankfurt (Oder) um Feuchtlebensräume.
Insgesamt 74 Kleingewässer, drei Fließgewässer und ein Moor möchte die Stiftung bis Ende 2030 amphibienfit machen – als neue Lebensräume für Rotbauchunke, Laub-frosch, Knoblauchkröte & Co. Um existierende, trockengefallene Kleingewässer zu revi-talisieren, werden Schilf, Gehölze und möglicherweise auch Sediment entnommen. An passenden Stellen werden Gewässer neu angelegt. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Wasserrückhalt in den Feuchtlebensräumen.
Intakte Kleingewässer in der Landschaft werden zum Teil eines Biotopnetzwerks, in welchem Wildtiere Schutz und Ressourcen finden. So tragen Amphibiengewässer zur Aufwertung des gesamten Naturraums bei.
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Mehr als 1.300 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.
Ihr Kontakt
Marc ThieleLeiter Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0331 / 971 64 820
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André FreiwaldFROG
Tel.: (0331) 97 164-852
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Christoph SchulzeStadt Schönewalde
Leiter Bau- und Ordnungsamt
Telefon: 035362 / 74 33 31
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