Umweltministerin Mittelstädt überreicht Landes-Naturschutzpreis an Prof. Dr. Michael SuccowFestveranstaltung im "Haus der Natur" in Potsdam

Potsdam (21.04.2026) – Umweltministerin Hanka Mittelstädt hat heute Prof. Dr. Michael Succow mit dem Naturschutzpreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Mit dieser Ehrung würdigt sie das herausragende Lebenswerk des renommierten Wissenschaftlers und Naturschützers. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Festveranstaltung zu Succows 85. Geburtstag im Potsdamer „Haus der Natur“ statt. Unter den Gästen war auch Bundesumweltminister Carsten Schneider.

Umweltministerin Mittelstädt: „Michael Succow hat den Naturschutz in Brandenburg über Jahrzehnte geprägt wie kaum eine andere Persönlichkeit. Sein tiefgehendes Fachwissen verbindet er mit einem leidenschaftlichen Einsatz für den Erhalt von Arten und Lebensräumen – besonders für den Moorschutz. Als Vater des Nationalpark-Programms der DDR steht er für einen Naturschutz, der wissenschaftlich fundiert ist und zugleich die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt – und dessen Wirkung weit über unsere Grenzen hinausreicht. Sein unermüdliches Engagement hat Generationen junger Naturschützerinnen und Naturschützer inspiriert. Für viele ist er ein Vorbild. Es gibt für diese besondere Ehrung daher wohl keinen schöneren Anlass als seinen heutigen 85. Geburtstag.“

Historische Weichenstellungen

Der in Lüdersdorf bei Wriezen (Landkreis Märkisch-Oderland) geborene Sohn eines Landwirtes war maßgeblich für die historischen Weichenstellungen beim Aufbau der Großschutzgebiete verantwortlich. Auf Betreiben von Michael Succow hat der DDR-Ministerrat auf seiner letzten Sitzung am 12. September 1990 ein Nationalpark-Programm beschlossen. Damit wurden rund 4.900 Quadratkilometer – 4,5 Prozent der Landesfläche der DDR – dauerhaft unter Schutz gestellt. Ein in der deutschen Geschichte einmaliger Vorgang. Dies bildete die Grundlage für das heutige System der Nationalen Naturlandschaften: Was einst mit fünf Nationalparks und sechs Biosphärenreservaten im Osten begann, umfasst heute 138 Großschutzgebiete in ganz Deutschland – darunter 16 Nationalparks, 18 Biosphärenreservate, 104 Naturparke und drei Wildnisgebiete.

Bis heute versteht sich Succow nicht nur als Wissenschaftler, sondern als engagierte Stimme für einen Naturschutz, der ökologische, soziale und kulturelle Aspekte verbindet. In Vorträgen, Publikationen und öffentlichen Debatten wirbt der Träger des Alternativen Nobelpreises (Right Livelihood Award) für einen respektvollen Umgang mit der Natur als Lebensgrundlage zukünftiger Generationen. So sind „Wilde Weiden“ – extensiv genutzte Landwirtschaftsflächen, unter denen sich trinkfähiges Grundwasser neu bilden kann – Succows aktuelles Herzensprojekt. „Boden gut, alles gut“, lautet dabei sein Leitsatz. Succow ist zudem Landesverdienstordensträger.

Besonders eng ist Succow mit der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg verbunden, die er als Stiftungsratsmitglied um die Jahrtausendwende mit aufgebaut und maßgeblich entwickelt hat. Heute ist die Stiftung als einer der wichtigsten Naturschutzpartner im Land Brandenburg anerkannt und hat in drei Jahrzehnten mehr als 1.300 Naturschutzprojekte in Brandenburg unterstützt oder selbst umgesetzt. Ministerin Hanka Mittelstädt ist Stiftungsratsvorsitzende des NaturSchutzFonds.

Der Landes-Naturschutzpreis

Seit 1998 lobt die Stiftung den Naturschutzpreis des Landes Brandenburg aus. Damit werden richtungsweisende Leistungen im Bereich des aktiven, praktischen Naturschutzes, der nachhaltigen Landnutzung oder auch eine vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung ausgezeichnet. Darüber hinaus werden auch wissenschaftliche, planerische oder wirtschaftliche Leistungen gewürdigt. 

Für die reguläre Auszeichnung 2026 können bei der Stiftung NaturSchutzFonds noch bis zum 30. April Bewerbungen und Vorschläge eingereicht werden.


Ihr Kontakt

Marc ThieleLeiter Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0331 / 971 64 820
E-Mail schreiben

Gabriel HessePressesprecher

Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
Telefon: 0331 866-7011 / -7019
E-Mail schreiben

Zum Seitenanfang