Mehr Struktur für Bachmuscheln, Forellen und EisvögelGewässerstruktur der Kümmernitz sowie des Cederbachs verbessert
Groß Pankow / Bad Wilsnack, 19.12.2025 – Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg hat im Rahmen ihres EU-Projektes “LIFE Bachmuschel” die Gewässerstruktur der Kümmernitz sowie des Cederbachs verbessert. Durch den Einbau von Kies und Totholz wird die natürliche Dynamik des Gewässers wieder hergestellt. Davon profitieren zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Bauarbeiten wurden vom Wasser- und Bodenverband Prignitz umgesetzt.
In der Kümmernitz bei Helle (Gemeinde Groß Pankow) hat der Wasser- und Bodenverband Prignitz im Auftrag der Stiftung an zwölf Stellen auf einer Länge von 600 Metern rund 160 Tonnen Kies eingebaut. “Die Kiesbänke sind wechselseitig am Ufer eingebracht worden. Dadurch verengt sich der Querschnitt des Flusses und es entstehen unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten, welche die Strömungs- und Strukturvielfalt erhöhen. Der Kieseinbau sorgt zudem für eine natürliche Sohlenstruktur, die wichtig für die Selbstreinigung des Flusses ist.”, erklärt Projektmitarbeiter Eric Hübner vom NaturSchutzFonds.
Im Vorfeld der Maßnahme hat der Landesanglerverband Brandenburg rund 400 Fische, darunter Bachschmerle, Elritzen und Meerforellen aus dem Baubereich umgesetzt, um sie vor den Baumaßnahmen zu schützen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen können sie nun wieder in den Gewässerabschnitt zurückkehren.
Eine weitere Wasserbaustelle hat der Wasser- und Bodenverband im Cederbach bei Viesecke (Gemeinde Bad Wilsnack) fertiggestellt. Hier wurden neun Sohlgleiten umgestaltet und ökologisch optimiert. An allen neun Standorten standen früher steuerbare Wehre, die in der Vergangenheit durch die Sohlgleiten aus Wasserbausteinen ersetzt wurden. Dadurch wurde die ökologische Durchgängigkeit des Cederbachs in diesem Abschnitt erreicht. Die Gleiten dienen zum Abbau des Gefälles im Gewässer, weshalb hier die Strömung deutlich höher ist als an anderen Abschnitten des Cederbaches. Die groben Wasserbausteine eigneten sich aber nicht als Laichareal oder Habitat für aquatische Organismen und erschwerten zudem die Gewässerunterhaltung der Bereiche. Daher wurden die großen Steine aus der Gewässermitte entnommen und der entstandene Raum mit insgesamt 300 Tonnen Kies für alle Gleiten überschüttet. Einige größere Steine dienen nun als Strömungslenker auf den Gleiten. Insgesamt wird die Gewässerunterhaltung dadurch in Zukunft vereinfacht und eine ökologische Durchgängigkeit auch zu Niedrigwasserzeiten erreicht.
Zudem schafft der Kies im Cederbach ideale Bedingungen für kieslaichende Fischarten wie die Groppe. Auch die vom Aussterben bedrohte Bachmuschel profitiert von den Maßnahmen, denn die jungen Muscheln benötigen einen sandig-kiesigen Untergrund, in den sie sich eingraben und dort entwickeln können. Jungfische verstecken sich in den neu entstandenen Flachwasserbereichen der Kiesbänke und in den Totholzbereichen vor Räubern. Wasserinsekten wie Köcherfliegen- und Libellenlarven finden neue Unterschlupfmöglichkeiten. Gebirgsstelze und Eisvogel finden besser Nahrung.
EU-Gelder für die Bachmuschel
2023 hat die Stiftung NaturSchutzFonds ihr Projekt “LIFE Bachmuschel” gestartet. In elf Fließgewässern in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Dahme-Spreewald, Spree-Neiße, Oder-Spree und Oberspreewald-Lausitz sollen die Vorkommen der Kleinen Bachmuschel erhalten sowie deutlich vergrößert und damit langfristig stabilisiert und gesichert werden. Hierfür fließen bis 2032 mehr als acht Millionen Euro aus dem LIFE-Programm der Europäischen Union für Natur-, Arten- und Gewässerschutz nach Brandenburg. “LIFE Bachmuschel” ist das mittlerweile fünfte Großprojekt, für das die Stiftung erfolgreich Fördermittel bei der Europäischen Union einwerben konnte.
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Mehr als 1.300 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.
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