Naturschutz-Erfolg im GewerbegebietStark gefährdete Wechselkröte wieder da

Hoppegarten (03.07.2026) – Selbst unscheinbare Orte wie ein Regenrückhaltebecken können wertvolle Lebensräume bieten: Mitte Mai tauchten im Gewerbegebiet Dahlwitz-Hoppegarten wieder Wechselkröten auf – eine in Brandenburg stark gefährdete Art, die kaum noch geeignete Lebensräume findet. 

Dass die Tiere hier laichen, verdanken sie einer Naturschutzmaßnahme, die im März umgesetzt wurde. Das Natura-2000-Team Nordost ließ ein verlandetes Regenrückhaltebecken sanieren – finanziert durch Gelder der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Mit einer auf die Amphibiensaison abgestimmten, zeitlich begrenzten Ausnahmegenehmigung und täglicher ökologischer Baubegleitung wurden rund 650 Kubikmeter Schlamm, Röhricht und Gebüsche entfernt. Ziel war es, rechtzeitig zur Paarungszeit der Lurche ein funktionierendes Laichgewässer zu schaffen.

Das Vorhaben glückte: Mitte Mai wies das Natura-2000-Team nach, dass die stark gefährdeten und in der Europäischen Union speziell geschützten Wechselkröten die neuen, offenen, flachen und sonnenbeschienenen Wasserflächen nutzten. Genau solche vegetationsarmen Pioniergewässer brauchen sie für ihren Nachwuchs. Zudem wimmelte es im Becken von Tausenden von Erdkröten-Kaulquappen.

Julian Jaschke vom Natura-2000-Team Nordost: „Das Projekt zeigt, dass gutgemachter Naturschutz selbst in intensiv genutzten Gebieten wie Gewerbegebieten funktionieren kann. Es ist schön zu sehen, dass die Wechselkröte den wiederhergestellten Lebensraum so schnell wieder angenommen hat.“

Amphibien zählen weltweit zu den am stärksten bedrohten Wirbeltieren. Etwa 40 Prozent aller Amphibienarten sind auf Roten Listen verzeichnet. Auch die Frösche und Lurche Brandenburgs sind betroffen: Von den 14 hier vorkommenden Arten gelten lediglich vier als „ungefährdet“. Im Vergleich zu früheren Jahren stellt dies eine Verschlechterung dar. Der Verlust von Lebensräumen und die Auswirkungen des Klimwandels verursachen diese Entwicklung.

Natura-2000-Teams

Die Natura-2000-Teams sind eine Kooperation des Landesamts für Umwelt und der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Zusammen mit vielen Landnutzenden und Eigentümern setzen sie sich außerhalb der Nationalen Naturlandschaften für einen guten Zustand der Lebensraumtypen und Arten der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH) sowie Vogelarten der EU-Vogelschutzrichtlinie ein. Die Teams initiieren landesweit vielfältige Naturschutzmaßnahmen und begleiten sie.

Das EU-weite Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ besteht aus Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH) und Vogelschutzgebieten (SPA). Es hat zum Ziel, die biologische Vielfalt in Europa zu bewahren und dem Rückgang von natürlichen Lebensräumen und wildlebenden Arten entgegenzuwirken.

 

Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Rund 1.400 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.
 


Ihr Kontakt

Marc ThieleLeiter Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0331 / 971 64 820
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Julian JaschkeNatura-2000-Team Nordost

Telefon: 03334 / 5268736
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