Ranger-Alltag beim "Zukunftstag" erlebenSchülerinenn und Schüler lernen die Arbeit der Naturwacht kennen

Potsdam (23.04.2021) – Am heutigen „Zukunftstag“ haben Jungen und Mädchen auf dem Saarmunder Eichberg vor den Toren der Landeshauptstadt einen Einblick in den Arbeitsalltag der Naturwacht Brandenburg bekommen. Schülerinnen und Schülern ab der 7. Jahrgangsstufe soll der Tag bei ihrer Berufswahl helfen. 

Bereits zum 25. Mal begleitet der Zukunftstag Jugendliche auf ihrem Weg in die berufliche Zukunft und liefert praktische Einblicke in den Arbeitsalltag. Vier Mädchen und vier Jungs von Potsdamer Schulen, aus Stahnsdorf, Kleinmachnow, Ludwigsfelde und sogar dem weiter entfernten Blankenfelde-Mahlow interessierten sich für einen grünen Beruf und folgten Corinna Zick, Gebietsleiterin der Naturwacht Brandenburg im Naturpark Nuthe-Nieplitz, auf den Saarmunder Eichberg. „Wir freuen uns sehr, dass sich die jungen Leute für die Natur vor ihrer Haustür interessieren und auch welche Berufe es gibt, diese Natur zu schützen“, so Gebietsleiterin Corinna Zick.

Die markante Erhebung zwischen Langerwisch und Saarmund in der Gemeinde Nuthetal ist naturschutzfachlich von großem Wert und Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Hier finden sich EU-weit geschützte Dünenlebensräume. Zudem ist das Gebiet von Beesenheide, offenen Sandflächen und Sandtrockenrasen mit ihrer typischen Vegetation geprägt. Nennenswert ist unter anderem die Astlose Graslilie. Geschützte Vogelarten wie Heidelerche oder Neuntöter haben auf den Flächen ihre Reviere. Zudem bietet das Gebiet mit seinen vielfältigen Strukturen einen idealen Lebensraum für Zauneidechsen.

Im Mittelpunkt des Zukunftstages stand der praktische Teil des Rangerberufs. Die acht Jugendlichen bauten Fledermauskästen – am Saarmunder Berg leben acht der 19 in Brandenburg heimischen Fledermausarten, zum Beispiel Fransenfledermaus oder Abendsegler – und schichteten einen Steinhaufen für Steinschmätzer auf. Die in Brandenburg und auch deutschlandweit vom Aussterben bedrohten Vögel hatten in den vergangenen Jahren mehrmals am Saarmunder Eichberg gebrütet.

Um den Heidelebensraum freizuhalten, haben die Jugendlichen junge Kiefern aus dem Boden gezogen und Zitterpappeln samt Wurzeln ausgegraben. Die aufwachsenden Gehölze drohen, die spezialisierten, lichtliebenden Heide-Pflanzen zu verdrängen.

Um ihren naturschutzfachlichen Wert dauerhaft zu sichern und sie vor konkurrierenden Nutzungsansprüchen zu bewahren, hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg 2024 Flächen am Saarmunder Eichberg ersteigert. Seitdem setzt die Stiftung dort Naturschutzmaßnahmen um. Grundsätzlich soll die Fläche in ihrer Besonderheit und mit ihrer außergewöhnlichen Schönheit für Anwohnerinnen und Anwohner, Besucherinnen und Besucher weiterhin offen und erlebbar sein.

Hintergrund

Die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in 15 Nationalen Naturlandschaften und füllen das Motto „Mittler zwischen Mensch und Natur“ mit Leben. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – sind sie unterwegs und erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Sie setzen im Nationalpark, drei Biosphärenreservaten und elf Naturparken zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.

Gleichzeitig sind die Rangerinnen und Ranger ansprechbar für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs leben, arbeiten oder zu Gast sind. Sie begleiten jährlich Tausende Interessierte auf geführten RangerTouren, teilen ihr Wissen und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in der Region. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für Nachthaltige Entwicklung, BNE: In ihrer Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-AGs wecken die Ranger*innen Interesse am Natur- und Umweltschutz. Rund 400Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältig Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Mehr Informationen unter: www.naturwacht.de

Seit 1995 betreut die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg die Ersatzzahlung im Land. Mehr als 1.300 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.


Ihr Kontakt

Marc ThieleLeiter Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0331 / 971 64 820
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Corinna ZickNaturwacht im Naturpark Nuthe-Nieplitz

Telefon: 033732 506-31
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