Wasserstand im WrietzenseeUnser Ziel: Wasserstand des Wrietzensees sichern
Um den Wasserstand im Wrietzensee nahe Fergitz im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin langfristig zu sichern, haben wir den künstlichen Seeabfluss verschließen lassen.
Auf einen Blick
Landkreis: Uckermark
Fläche: im Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitat- (FFH-)Gebiet "Eulenberge" sowie im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
Maßnahmen: Verschluss eines künstlichen Abflusses am nordöstlichen Ufer durch eine Erdplombe sowie die Entfernung eines maroden Staubauwerkes
Ziel: eine langfristige Stabilisierung des Wasserstandes durch längeres Halten der Winterwasserstände ohne die landwirtschaftliche Nutzung angrenzender Flächen zu beeinträchtigen
Zeitraum: Baumaßnahme 2021, See im Flächenbesitz seit 2013
Hintergrund
Der Wrietzensee war ursprünglich ein abflussloser Grundwassersee. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Koppelgraben zur Entwässerung und Nutzbarmachung von Feuchtwiesen nahe der Ortschaft Fergitz angelegt. Im Zuge der Komplexmelioration ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Graben bis zum Wrietzensee hin verlängert. Dadurch, aber auch durch zahlreiche weitere Entwässerungsmaßnahmen im Umfeld, wurden die Grundwasserstände und damit auch der Seespiegel abgesenkt. Auf der Preußischen Geologischen Karten von 1847 hat der Wrietzensee einen noch ca. 50 Zentimeter höheren Wasserstand.
Verschluss soll Wasserstand langfristig stabilisieren
Der Koppelgraben, ein künstlicher Abfluss am nordöstlichen Ufer des Wrietzensees, wurde direkt am Seeaustritt durch eine 15 Meter lange Erdplombe verschlossen. Eine Holzbohlenwand, die mit einer Lehmfüllung kombiniert ist, dichtet die Erdplombe gegen Durchsickerung ab. Direkt daneben wurde zudem ein altes und marodes Beton-Staubauwerk beseitigt. Umgesetzt hat diese Baumaßnahmen die Neubrandenburger Brunnen- und Wasserservice GmbH.
Ziel der Bauarbeiten ist die langfristige Stabilisierung des Seewasserstandes. Die ursprünglichen Wasserstände werden durch den Grabenverschluss zwar nicht wieder erreicht, aber die von Natur aus höheren Winterwasserstände etwas länger gehalten. Die Nutzung der angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen wird durch diese Maßnahmen nicht beeinträchtigt.
Bereits seit 2015 befand sich am Koppelgraben ein Erdwall von einem Meter Breite als Probestau. Er hat dazu beigetragen, dass in den letzten drei sehr trockenen Jahren der Seewasserstand im Mittel mit 16 Zentimeter Wasserstandverlust nicht so stark abgefallen ist wie in vielen anderen Seen. Allerdings wäre dieser Erdwall auf Dauer nicht stabil genug gewesen.
Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts
Mit der Baumaßnahme verbunden sind die Wiederherstellung eines natürlicheren Binneneinzugsgebiets und damit die Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts: Den Probestau sowie zwei Grundwasserpegel hatte der NABU-Regionalverband Templin e.V. im Rahmen einer Machbarkeitsstudie errichtet und im weiteren Einzugsgebiet des Sees wasserbauliche Maßnahmen umgesetzt, die für stabilere Grundwasserstände gesorgt haben. Auch unsere Baumaßnahmen sind Teil der Umsetzung dieser Machbarkeitsstudie. Die Verwaltung des Biosphärenreservats hat den Planungsprozess ebenfalls aktiv unterstützt.
Ein positiver Nebeneffekt betrifft den angrenzenden Moorwald: Durch die günstigeren Wasserstände wird die Torfzersetzung gemindert und somit weniger klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt. Der Wrietzensee mit seinen teilweise recht ausgedehnte Schilfröhrichten ist weitgehend von Erlenbruchwald bzw. von uferbegleitenden Gehölzen aus Erlen, Eschen, teilweise auch mit Faulbaum, Hasel oder Rotem Hartriegel in der Strauchschicht umgeben. In den nördlichen Bereichen gesellen sich Verlandungsmoore mit Weiden hinzu.