Bagger auf dem Feld: Einbau einer Spundwand in einen Graben.

In Schlangenlinien durch die LandschaftEigendynamische Gewässerentwicklung durch Strukturelemente

Viel hat die Kleine Elster nicht mehr gemein mit dem kleinen aber wilden Fluss, der sich einst durch Landschaft schlängelte. Seit 2007 änderte sich das: Unser Projekt, alte Flussschleifen wieder zu öffnen, hat deutschlandweit Vorbildcharakter.

Auf eine Blick

Projekttitel: Kleine Elster – Eigendynamische Gewässerentwicklung durch Strukturelemente
Landkreis: Elbe-Elster, Doberlug-Kirchhain
Gesamtprojektkosten: 120.000 €
Kosten je Initial: ca. 4.750 €
Durchführungszeitraum: 2011 - 2014
Baubeginn: I. Quartal 2013

Viel hat die Kleine Elster nicht mehr gemein mit dem kleinen aber wilden Fluss, der sich einst durch Landschaft schlängelte. Der Flusslauf begradigt, die Flussschleifen abgeschnitten: Von seinen Quellen im Lugbecken östlichvon Finsterwalde bis zur Mündung in die Schwarzen Elster bei Wahrenbrück wurde sie durch jahrelangewasserbauliche Maßnahmen in ein festes, mitunter kanalartiges Bett gezwungen. Die Kleine Elster wurdeausgebaut und eingedeicht, vertieft und verbreitert, ihr Wasserstand künstlich reguliert. Ein solcher Fluss bietetnur noch Wenigen Lebensraum. Und er kann seine Funktion, den Wasserhaushalt zu regulieren, nicht erfüllen. Wasnoch vor wenigen Jahrzehnten als wertvolle ingenieurstechnische Leistung galt, hat deutlich negative Folgen fürMensch und Natur.

Seit 2007 ändert sich das: Unser Projekt, alte Flussschleifen wieder zu öffnen, hat deutschlandweit Vorbildcharakter. Mittlerweile sind sechs ehemalige Flussschleifen am Oberlauf der Kleinen Elster, die bei der Begradigung des Flusses Mitte des 20. Jahrhunderts zugeschüttet worden waren, wieder geöffnet und an den Flusslauf angebunden. In diesen Abschnitten bietet die Kleine Elster wieder Lebensraum für kleine und große Bewohner. 

Jetzt geht es darum, die sogenannte Strukturvielfalt der Kleinen Elster zu erhöhen. Wo Wasser schnell oderlangsam fließt, die Uferzonen steinig oder sandig, steil oder flach sind, Bäume oder Bäume im Flussbett liegen –immer entwickeln sich viele unterschiedliche Lebensräume. Genau dies wollen wir mit Ihrer Unterstützungschaff en: eine vielfältige Struktur für vielfältiges Leben in und an der Kleinen Elster.

Hintergrund

Die Kleine Elster wurde stark vom Menschen verändert. Durch die Begradigung des Flussbettes wurde die Lauflänge des Gewässers reduziert, was in Verbindung mit der Abtrennung von Flussschleifen zu einer Verringerung der Wasserrückhaltekapazität der Kleinen Elster geführt hat. Durch die daraus resultierende Sturkturarmut wurde die potenzielle Artenvielfalt im und am Wasser auf wenige, an diese Bedingungen angepasste Tierarten reduziert. Das vorliegende Projekt beinhaltet eine Vielzahl von Maßnahmen, um eine eigenständige Gewässerentwicklung zu initiieren.

Durch das Projekt soll die Strukturvielfalt im Fließ durch unterschiedliche, punktuelle Einengungen des Gewässerslaufes um etwa die Hälft e erhöht werden. Strukturelemente wie Totholz und/oder Kies-Sand-Schüttungen sollen dem Lauf des Gewässer zu mehr Dynamik verhelfen. Die aktuell im und am Gewässervorkommenden Arten wie sollen so in ihrem Bestand gesichert und gefördert werden.

Beispiele der Maßnahmen

Rauhbaumbuhnen - astreiche Baumstämme, die das Wasser abdrängen und zugleich in den Buhnenfeldern die Ablagerung von Material fördern sollen – bieten über und unter Wasser hervorragende Versteckmöglichkeiten für wasserbewohnende Insekten und Jungfische. Sie dienen als Sitzwarte für Libellen, den Eisvogel oder andere Vogelarten. Eine ähnliche Funktion haben Wurzelstubben, die in Ufernähe eingebracht und verankert werden sollen. Auch sie bieten Versteckmöglichkeiten und dienen als Sitzwarten für Vögel. Kies-Sand-Schüttungen im Gewässer engenden Flusslauf weiter ein und verbessern die Lebensbedingungen gerade für Fischarten, die im Kiesbett laichen.

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