Amphibienschutz bei Treuenbrietzen zeigt Wirkung
Treuenbrietzen - Im Naturpark Nuthe-Nieplitz haben die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg den Amphibienschutzzaun an der B2 bei Treuenbrietzen abgebaut. Seit dem Frühjahr schützte der rund 200 Meter lange Zaun Kröten und Molche auf ihrer Wanderung vor dem Verkehr.
Die Tiere folgen im Frühjahr ihrem Instinkt und wandern zu ihren Laichgewässern, in denen sie ihre Eier ablegen. An der Straße geraten sie dabei oft in Gefahr. Der Schutzzaun hält die Amphibien auf und leitet sie in Fangeimer. Ehrenamtliche kontrollieren diese täglich, bestimmen die Art und das Geschlecht der Tiere und setzen sie anschließend sicher auf die andere Straßenseite. Dort befinden sich die Laichgewässer auf Privatgrundstücken, darunter Teiche einer ehemaligen Forellenzucht.
Die aktuelle Auswertung zeigt: Die Maßnahme wirkt. „Den Schutzzaun an der Bundesstraße B2 am Ortsausgang von Treuenbrietzen Richtung Wittenberg haben wir 2025 zum ersten Mal aufgebaut. Im ersten Jahr haben wir 982 Tiere erfasst. In diesem Frühjahr waren es bereits 1215 gerettete Amphibien. Das ist eine positive Entwicklung“, erklärt Rangerin Charlotte Evers.
Die meisten Tiere sind Erdkröten. Ihre Zahl stieg von 979 im Jahr 2025 auf 1205 in diesem Jahr. Auch Teichmolche wurden häufiger gezählt: von einem Tier im vergangenen Jahr auf neun in diesem Frühjahr. Der Teichmolch und die Erdkröte zählen zu den häufigen Amphibienarten in Brandenburg. Seltener ist dagegen der Bergmolch. 2025 wurden zwei Tiere erfasst, in diesem Jahr eines. Diese Art ist in Brandenburg stark gefährdet. Sie lebt vor allem in waldreichen Hügel- und Berglandschaften Mittel- und Süddeutschlands. Im Nordosten Deutschlands gibt es nur noch wenige kleine Vorkommen, etwa im Fläming und in Teilen der Niederlausitz. Auch im FFH-Gebiet „Obere Nieplitz“ bei Treuenbrietzen kommt der Bergmolch vor.
Amphibien haben es heute schwer. Neben dem Straßenverkehr setzen ihnen trockene Jahre zu. Auch Krankheiten, der Verlust von Lebensräumen und Schadstoffe aus der Landwirtschaft belasten die Tiere. Hinzu kommen Fressfeinde wie Waschbär und Mink, die nicht ursprünglich in der Region heimisch sind. Umso wichtiger ist der Schutz dieser Tiere. Amphibien sind ein wichtiger Teil des Ökosystems. Sie halten Insektenbestände in Schach und dienen selbst vielen Tieren als Nahrung. Maßnahmen wie der Schutzzaun helfen dabei, ihre Bestände zu sichern und langfristig zu erhalten.
Alle Neuigkeiten