Fledermaus-Inventur im Naturpark Schlaubetal
Die Kontrolle der Winterquartiere stand auch im Naturpark Schlaubetal an. An verschiedenen Orten im Naturpark und Umgebung wurden die Rückzugsorte kontrolliert. Das bisherige Ergebnis: Gut zwei Drittel der insgesamt 26 bisher kontrollierten Quartiere waren besetzt.
Insgesamt konnten acht Arten und 117 Individuen nachgewiesen werden: Vor allem das Braune Langohr (62 Individuen), Mopsfledermaus und Großes Mausohr, aber auch Fransen-, Bechstein- und Wasserfledermaus sowie Breitflügel Fledermaus. Unterstützt wurden die Ranger der Naturwacht dabei von versierten Freiwilligen, die einige der Fledermaus-Rückzugsorte selbständig überprüfen.
„Fledermäuse benötigen im Winter geeignete Unterschlupfmöglichkeiten, um geschützt und frostfrei Winterschlaf halten zu können. Sie fahren dabei ihren Stoffwechsel herunter, um die Zeit ohne Nahrung zu überstehen“, erklärt Nico Brunkow, Ranger der Naturwacht Brandenburg. Herzschlag und Atemfrequenz sind während des Winterschlafs gesenkt, sodass Fledermäuse einige Monate dort ohne Nahrung ausharren können. Besonders wichtig ist die Luftfeuchtigkeit im Winterquartier, damit die Fledermäuse nicht in der Kälte austrocknen. Je nach Art werden unterschiedliche Höhlen in Bäumen oder andere frostfreie, natürliche oder menschengemachte Quartiere aufgesucht. Der Großer Abendsegler überwintert als typische Waldart in Baumhöhlen alter dicker Bäume. Das Braune Langohr nimmt dagegen gern Dachböden und Keller an.
Im Naturpark Schlaubetal gibt es noch viele Bunkeranlagen und Keller, von denen einige als Winterquartiere für Fledermäuse dienen. Diese sind verschlossen, dass die Tiere ungestört bleiben. „Wir müssen Störungen absolut minimieren, denn jedes Aufwecken der Tiere bedeutet unnötigen Energieverbrauch, der im Zweifelsfall zum Tode führen kann“, erklärt Nico Brunkow.
In einigen Bunkern hängen Fledermaus-Schlafsteine, die extra für die Tiere angebracht wurden. Die Ranger leuchten in jede Spalte und alle Ritzen im Mauerwerk sowie hinter Putzblasen und Hohlräume. Dorthin ziehen sich die Fledermäuse im Winterschlaf zurück, um sich vor Kälte und Fressfeinden zu schützen. Alle Individuen der verschiedensten Arten werden gezählt und dokumentiert. Dafür braucht es ein gutes Auge und viel Erfahrung, denn manchmal guckt nur eine Nasenspitze hervor. In einer der wenigen großen Bunkeranlagen bei Schönhöhe registrierten die Ranger Anfang Februar insgesamt 24 Individuen aus drei Arten. „Das ist eines unserer wertvollsten Winterquartiere, es wurde mit Fledermaus-Schlafsteinen für die Tiere optimiert.“, sagt Nico Brunkow, der bereits seit Ende der 1990er Jahre Fledermäuse erfasst.
In Brandenburg kommen 18 Fledermausarten vor – alle sind streng geschützt. 2026 zählten die Ranger der Naturwacht bisher insgesamt 117 Individuen in 19 von 26 Winterquartieren im Naturpark Schlaubetal. Darunter waren acht Arten, vor allem Braunes Langohr (62 Individuen), Mopsfledermaus und Großes Mausohr, aber auch Fransen-, Bechstein- und Wasserfledermaus sowie Breitflügel Fledermaus.
Wer die fliegenden Nachtschwärmer unterstützen möchte, gestaltet seinen Garten insektenfreundlich, oder hängt an Bäumen und Hausfassaden Fledermauskästen auf. Denn auch im Sommer benötigen die Flugakrobaten ein geschütztes Plätzchen, um zum Beispiel ihre Jungen aufzuziehen. „Ungenutzte Keller oder Dachstühle können wertvolle Quartiere für Fledermäuse sein. Davon gibt es leider immer weniger. Wir beraten hier als Naturwacht gern“, so Ranger Brunkow.
Das Monitoring
Das Erfassen von Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen sowie zu Lebensräumen ist eine der wichtigsten Aufgaben der Naturwacht Brandenburg. Diese beim Monitoring erhobenen Grundlagendaten werden benötigt, um Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen. Daten über den Erhaltungszustand von Lebensräumen sowie Tier- und Pflanzenbeständen benötigt das Land Brandenburg auch, um die Einhaltung seiner Verpflichtungen aus internationalen Abkommen belegen zu können. …mehr lesen
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