Naturschützer retten mehr als 2.000 Amphibien
Lychen/ Boitzenburger Land (16.06.2026) – Der NABU Templin, die Naturwacht im Naturpark Uckermärkische Seen sowie engagierte Freiwillige haben den Amphibienschutzzaun entlang der Lychener Chaussee abgebaut.
Der Zaun rettet seit drei Jahren im beginnenden Frühjahr Kröten, Frösche und Molche auf ihrer Wanderung vor dem Verkehrstod. Insgesamt haben die Naturschützer in diesem Frühjahr 2.202 Amphibien gezählt und sicher über die Straße getragen. Das sind fast doppelt so viele Individuen wie 2025 (1.200 Tiere).
Am über 330 Meter langen Schutzzaun erfassten die Helferinnen und Helfer 2.202 Amphibien bei ihren täglichen Kontrollen, fast die Hälfte von ihnen waren Moorfrösche. „Neben den Moorfröschen hatten wir auch mehr Teichmolche (823 Tiere, in 2025 waren es 543) in den Eimern. Das ist also ein erfreulicher Anstieg, allerdings noch kein Hinweis auf eine Erholung“, erklärt Rangerin Wibke Avenhaus. „Die Bestände reagieren auf die Witterung während der Paarungszeit. 2025 haben vor allem die Teichmolche sichtbar unter der Frühjahrstrockenheit gelitten und kamen schon sehr geschwächt am Zaun an. In diesem Frühjahr gab es mehr Regen und zum Ende der Wanderperiode wirkten sich außerdem noch viele wandernde Jungtiere bei den Moorfröschen positiv auf das Zählergebnis aus.“
Neben den Moorfröschen und Teichmolchen fanden die Naturschützer auch Erdkröten, Gras- und Grünfrösche sowie Kammmolche in den Fangeimern. Die Situation bleibt für viele Amphibienarten angespannt. „Die deutlich zunehmende Frühjahrstrockenheit zur Paarungszeit setzt den Populationen zu“, so Thomas Volpers vom NABU Templin. „Viele Kleingewässer fallen zu früh trocken, sodass Kaulquappen ihre Entwicklung nicht abschließen können. Manche Tümpel sind gar nicht mehr vorhanden.“ Auch die Nahrungssituation verschlechtert sich: Durch den Rückgang von Insekten finden viele Amphibien weniger Beute und sind in schlechtem Ernährungszustand.
Unterstützung ist gern gesehen
Auch im kommenden Jahr wollen die Freiwilligen zusammen mit der Naturwacht die Schutzzäune wieder aufstellen. Gerne können sich Helferinnen und Helfer, die sich im nächsten Jahr an den Zaunkontrollen beteiligen möchten, bei der Naturwacht melden. Das Ranger-Team informiert dann rechtzeitig über den Aufstelltermin im nächsten Jahr.
Kontakt:
Naturwacht im Naturpark Uckermärkische Seen
Telefon: 039888/43517
E-Mail: uckermaerkischeseen@naturwacht.de.
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