Nisthilfen am Strengsee

Artenschutz
Die unterschiedlichen Brutflöße.
Hier sind die Baumstammflöße gut zu erkennen.
Auch die Kiesbrurtflöße wurden wieder auf den See gezogen.

Neue Brutmöglichkeiten auf dem Strengsee: Anfang Mai wurden die Baumstammflöße fertiggestellt, mit aufgeblasenen Traktorschläuchen als Auftrieb und Zäunen als Schutz für die Küken. Gleichzeitig wurden die beiden Kiesbrutflöße, die seit 2023 im Einsatz sind, aufs Wasser geschoben – ergänzt durch mehrere Schilfbündel als mögliche Nistplätze für Schwarzhalstaucher. Die Arbeiten zogen sich bis in den späten Abend. Im Dunkeln wateten die letzten Helfer in Neoprenanzügen durch das Wasser des Strengs und befestigten alle vier Flöße an Stangen.

Die beiden Kiesbrutflöße wurden sehr gut angenommen – vor allem von Lachmöwen, wodurch es den Flussseeschwalben etwas eng wurde. Die Baumstammflöße bieten den Lachmöwen nun mehr Platz, sie brauchen den kiesigen Untergrund nicht unbedingt. Die Hoffnung: Es bleibt mehr Platz für die Flussseeschwalbe. Ein ermutigendes Zeichen war es, dass sieben Flussseeschwalben die Baustelle direkt neugierig umkreisten. Und tatsächlich: Eine Paddeltour am Morgen nach dem Ausbringen zeigte, dass auf allen Nisthilfen schon Vögel saßen – nicht nur Lachmöwen, sondern auch Flussseeschwalben.

Die Stämme für neuen Brutflöße stammen von unseren Stiftungsflächen im FFH-Gebiet "Weißes Fenn und Dünenheide". Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, vor allem an die Ehrenamtlichen, die den Schutz der Flussseeschwalbe bereits seit Jahren unterstützen! 

Hintergrund: Die Flussseeschwalben am Strengsee

Die Flussseeschwalbe ist in Deutschland als stark gefährdet eingestuft. Die Eiablage erfolgt meist im Mai auf Sand- und Kiesbänken oder künstlichen Brutflößen. Nur durch die Bereitstellung solcher künstlichen Brutflöße und Nistinseln war es möglich, dass mittlerweile wieder einige hundert Paare in Deutschland brüten. Die Nisthilfen am Strengsee leisten dazu einen direkten Beitrag. 

Der Strengsee selbst liegt im Naturschutzgebiet Rietzer See und gilt als eines der ornithologisch bedeutendsten Brut- und Rastgebiete im Land Brandenburg. Seit 1990, als die künstliche Entwässerung eingestellt wurde, füllt sich die isolierte Wasserfläche wieder mit Regen- und Grundwasser und hat heute eine gute Wasserqualität. Ein schönes Beispiel dafür, wie sich die Natur bei etwas Unterstützung erholen kann.


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