Rekordjahr für Orchideen im Barnim
Wandlitz (24.06.2026) - Abhängig von der Witterung steht für die Ranger*innen im Naturpark Barnim zwischen Ende April und Ende Juni das Orchideen-Monitoring auf dem Programm. Nachdem bis Mitte Mai keine Orchidee zu finden war, explodierten die Zahlen nach der einwöchigen Hitzeperiode förmlich.
Aktuell sind kaum noch blühende Exemplare zu finden, aber 2026 ist ein Rekordjahr! Mit insgesamt 11.171 gezählten Orchideen wurde ein neuer Höchststand erreicht. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 2.236 Exemplaren. Besonders erfreulich ist die Entwicklung auf einigen Wiesen im Briesetal, auf denen in den vergangenen Jahren keine Orchideen mehr nachgewiesen werden konnten. Dort wurden nun wieder Pflanzen gefunden. Am Pinnower See wurde eine neue Fläche mit 455 Exemplaren entdeckt. „Solche Funde zeigen, dass sich die Bestände positiv entwickeln können, wenn die Lebensräume erhalten und gepflegt werden“, erklärt Dirk Krone von der Naturwacht Barnim. Den größten Anteil am Gesamtbestand stellt inzwischen eine Hybridform aus Breitblättrigem und Steifblättrigem Knabenkraut. Diese Mischform kommt im Naturpark Barnim mittlerweile häufiger vor als die beiden Ursprungsarten selbst. „Gerade diese Hybridform prägt viele unserer Orchideenstandorte“, so Krone. „Sie zeigt, wie dynamisch sich Pflanzenbestände entwickeln und wie wichtig eine kontinuierliche Beobachtung ist.“
Die Knabenkräuter zählen zu den auffälligsten heimischen Orchideenarten. Früher waren sie vielerorts als „Kuckucksblumen“ bekannt, da ihre Blütezeit mit den ersten Rufen des Kuckucks zusammenfällt. Heute gehören sie zu den geschützten Pflanzenarten, deren Vorkommen auf geeignete Lebensräume angewiesen sind. Dass sich die Orchideenbestände im Barnim so positiv entwickeln, ist kein Zufall. Viele der artenreichen Feuchtwiesen und Offenlandstandorte benötigen eine regelmäßige Pflege. Ohne Mahd oder andere Pflegemaßnahmen würden konkurrenzstarke Pflanzen die lichtliebenden Orchideen nach und nach verdrängen. Die jährliche Erfassung liefert wichtige Hinweise für die naturschutzfachliche Betreuung der Flächen und ermöglicht den Vergleich mit den Ergebnissen vergangener Jahre.
Orchideen reagieren besonders sensibel auf Veränderungen ihrer Umwelt. Deshalb zählt die Naturwacht ihre Bestände seit vielen Jahren regelmäßig. Die diesjährigen Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass sich langfristiges Engagement für den Erhalt wertvoller Lebensräume auszahlt. „Kaum jemand vermutet Orchideen in Brandenburg“, sagt Dirk Krone. „Umso wichtiger ist es, auf diese besonderen Pflanzen aufmerksam zu machen und ihre Lebensräume dauerhaft zu schützen.
Das Monitoring ist eines der Arbeitfelder der Naturwacht Brandenburg. Diese regelmäßig wiederholte Erfassung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräume und auch abiotischer Parameter (Wasserstände, Wasserqualität) erfolgt nach standardisierter Methodik. …mehr lesen
Alle Neuigkeiten