Seit 15 Jahren UNESCO Weltnaturerbe
Potsdam (25. 06.2026) - Heute vor 15 Jahren wurden fünf alte Buchenwälder in Deutschland als Teil des einmaligen Weltnaturerbes von der UNESCO anerkannt. Die Wälder in Grumsin (Brandenburg), Kellerwald (Hessen), Jasmund und Serrahn (beide Mecklenburg-Vorpommern) sowie Hainich (Thüringen) zählen zu den größten und ältesten Buchenwäldern Mitteleuropas.
Seit 2011 stehen sie unter besonderem Schutz. Bundesumweltminister Carsten Schneider sowie die Landesministerien und die beteiligten Schutzgebietsverwaltungen blicken anlässlich des Jubiläums zurück auf eine beeindruckende Entwicklung und zugleich auf die kommenden Herausforderungen.
Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Die Weltnaturerbe Buchenwälder sind weltweit einmalig. Als Schatzkammern der Artenvielfalt stehen sie in einer Reihe mit den Galapagos-Inseln oder dem Great Barrier Reef. Mit den fünf deutschen Buchenwäldern haben wir echte Naturwunder direkt vor der Haustür.“
Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt: „Der Buchenwald Grumsin ist ein für Brandenburg einmaliges Naturwunder und das einzige Weltnaturerbe Brandenburgs. Darauf sind wir besonders stolz und wir können uns sehr glücklich schätzen, einen derartig vielfältigen und naturnahen Wald direkt vor der Haustür zu haben. Besonders hervorzuheben ist dabei auch die gute Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort: Ob Stadt Angermünde und Amt Joachimsthal, Naturwacht, Blumberger Mühle oder Biosphärenreservatsverwaltung – sie alle haben das Ziel, unseren Buchenwald Grumsin zu schützen und den Welterbe-Gedanken mit Leben zu füllen.“
Wichtig für den Erhalt und das gute Management der alten Wälder ist die Datenerfassung und -auswertung der vorhandenen Pflanzen- und Tierwelt. Auch eine umfangreiche Bildungsarbeit zur Entwicklung und Bedeutung der Wälder ist Bestandteil der Anerkennung als Welterbe. Dafür hat das BMUKN unter anderem ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, dessen Ergebnisse bei einer Tagung im Herbst vorgestellt werden. Dort werden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammenkommen, um auf 15 Jahre Welterbe zu schauen und aktuelle Entwicklungen rund um die einzigartigen Buchenwaldökosysteme Europas zu diskutieren.
Im Rahmen des Jubiläums gibt es zudem bereits jetzt zahlreiche Veranstaltungen u.a. in Berlin und Potsdam sowie in den weiteren Gebieten. Dabei kommen Mitarbeitende der Schutzgebiete, der öffentlichen Verwaltung, Ranger und auch Menschen vor Ort zusammen. Höhepunkte am Tag der Buchenwälder sind nicht nur die vielfältigen neuen Mitmach- und Informationsangebote, sondern auch audiovisuelle Zugänge mit Filmen und einer Virtual-Reality-Brille, die diese Naturjuwele auf eine ganz besondere Art und Weise für jeden erlebbar machen. Mit den neuen Angeboten wird die einmalige Schönheit, die Seltenheit einer Reihe von Arten und die Schutzwürdigkeit hautnah erlebbar: etwa über der Ostsee zu schweben, in einem Totholzstamm zu stehen oder einen Wurzelhalsschnellkäfer zu entdecken.
Mit der Einschreibung der deutschen Gebiete in die UNESCO Welterbeliste vor 15 Jahren konnte das Weltnaturerbe um wichtige Facetten ergänzt werden: Sowohl wegen der Höhe (von der Meeresküste bis in die Mittelgebirge) und der biogeografischen Region („Mitteleuropäische Buchenwälder“), aber vor allem wegen der ökologischen Bandbreite sind sie eine wichtige Erweiterung des UNESCO-Weltnaturerbes „Alte Buchenwälder“, das 2007 durch die Slowakei und die Ukraine gegründet wurde. Das Bundesumweltministerium (BMUKN) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) wirken nicht nur in der internationalen Arbeitsgruppe für die UNESCO-Weltnaturerbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ mit, sondern auch in der bundesländerübergreifenden nationalen Lenkungsgruppe.
Insgesamt bilden heute 93 Teilgebiete in 18 Staaten gemeinsam das Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“. Die gemeinsame Arbeit von Bund, Ländern und Schutzgebieten ist deshalb nicht nur natur- und klimaschutzfachlich, sondern auch im Rahmen der transnationalen Arbeit von Bedeutung für den Erhalt des Weltnaturerbes. Ohne die Unterstützung Deutschlands wären heute nicht so viele Länder und Gebiete Teil des Weltnaturerbes.
Eines der 93 Teilgebiete ist der Buchenwald Grumsin in der Uckermark mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Deren Verwaltung und das Brandenburger Umweltministerium, vor allem aber auch die Menschen vor Ort – ob als Teil der Informationszentren, der kommunalen Verwaltung oder Ehrenamtliche in den umliegenden Dörfern - gemeinsam setzen sie sich mit viel Leidenschaft und großem Elan dafür ein, dieses einmalige Naturwunder Brandenburgs als Ort der Artenvielfalt, des Lernens und des Erlebens zu schützen und zu bewahren.
Über das Weltnaturerbe Buchenwälder:
Sie ist eine echte Europäerin, anpassungsfähig und durchsetzungsstark – die Rotbuche (Fagus sylvatica). Als dominierende Baumart prägt sie einen ganzen Lebensraum und breitete sich Jahrtau-sende lang über den europäischen Kontinent aus. Doch vor allem alte, naturnahe Buchenwälder sind heute sehr selten und seit langem zunehmend bedroht. Daher wurden sie 2007 als Weltnaturerbe der UNESCO eingeschrieben. Die Stätte mit dem langen Namen „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ umfasst 93 Buchenwälder in 18 verschiedenen Ländern (Stand 2026). Gemeinsam haben sie die Aufgabe, die wertvollsten Reste der alten Buchenwälder zu sichern und zu bewahren.
Foto-Hinweis
Bildmaterial zu den beteiligten Weltnaturerbe-Gebieten sowie können unter https://www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de/medien/fotos/pressefotos honorarfrei für die Berichterstattung heruntergeladen werden.
Kontakt
Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft,
Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Pressestelle
Telefon: +49 331 866-7019
E-Mail: Pressestelle@mleuv.brandenburg.de
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