Trockenrasenpflege durch kontrolliertes Brennen

Artenschutz
Fast schon künstlerisch, dieser Eindruck der auf den ersten Blick ungewöhnlichen Naturschutzmaßnahme.
Die ausgewählte Fläche wird in Brand gesetzt - genau entlang der festgelegten Kante.
Die Fachleute arbeiten Hand in Hand, so ist die Sicherheit gewährleistet.
Hier ist gut zu erkennen, wie die Weideflächen dicht mit abgestorbenem Pflanzenmaterial bedeckt sind.
Die ausgewählte Fläche - und nur diese - ist geflämmt, der abgestorbene Bewuchs abgebrannt: Platz für Arten der geschützten Trockenrasen. Fotos: Natura-2000-Team Nordost

In den Landkreisen Uckermark und Märkisch-Oderland haben Trockenrasenflächen gebrannt – kontrolliert und zur Landschaftspflege in FFH-Gebieten. Durch das Flämmen wird auf ausgewählten Weideflächen der vorjährige, abgestorbene Aufwuchs entfernt, was die Bedingungen der geschützten Lebensraumtypen Subpannonische Steppen-Trockenrasen verbessert. Koordiniert hat diese Maßnahmen das Natura 2000-Team Nordost. 

In den im FFH-Gebieten Randowhänge bei Schmölln im Landkreis Uckermark und Oderhänge Mallnow im Landkreis Märkisch-Oderland wurden Anfang März auf ausgewählten Flächen die oberirdischen Pflanzenteile abgebrannt. Die Witterungsverhältnisse passten: Erst nach einer möglichst mehrtägigen Witterungsphase ohne Niederschläge und mit leichtem Wind sind die Flächen ausreichend trocken, so dass die Maßnahme einen positiven Effekt zeigt. Mit dieser auf den ersten Blick etwas ungewöhnlichen Naturschutzmaßnahme wurden im nahegelegenen Nationalpark Unteres Odertal bereits gute Erfahrungen gesammelt. 

Warum wird geflämmt?

In der Vergangenheit war Feuer fester Bestandteil der Landbewirtschaftung. Mindestens bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Flämmen in der Landnutzung gängige Praxis, besonders auf Weideflächen und Magerrasen wurde der nicht mehr verwertbare Aufwuchs auf diese Weise entfernt. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zum Flämmen zeigen, dass die schnell durchlaufenden, relativ kalten Bodenfeuer viele positive Effekte haben. So verbessert die verbrannte Biomasse die Bedingungen der Keimung schnell wachsender Pflanzen. Beim schnellen Abbrennen auf winterlich kaltem Boden dringt die Hitze des Feuers außerdem nur wenige Zentimeter in die oberste Bodenschicht ein: Das darin schlummernde hohe Samenpotential wird aktiviert. Zudem wird die Keimung durch bessere Lichtverhältnisse – die Sonne dringt ohne störenden Bewuchs nun direkt auf den Boden – erleichtert. Vor allem für Pflanzen, die leicht überwuchert werden, verbessern sich die Chancen, zum Beispiel für die Gewöhnliche Grasnelke, die Kartäusernelke und an den Oderhängen Mallnow auch für das Frühlings-Adonisröschen. 

Das Team dahinter

Das Natura 2000-Team Nordost - hier arbeiten Mitarbeiter*innen des Landesamts für Umwelt (LfU) und unserer Stiftung zusammen - hat diese Maßnahme koordiniert und mit dem Eigentümer und den Behörden abgestimmt. Die örtliche Freiwille Feuerwehr hat das Flämmen überwacht. Finanziert wurde diese Naturschutzmaßnahme über Mittel des Vertragsnaturschutzes. Das Flämmen selbst übernahm ein erfahrenes Team um Stefan Klein, Diplom-Ingenieur (FH) für Naturschutz und Landschaftsplanung. Mehr über die Biotoppflege mit Feuer können Sie hier nachlesen.

Die Flächen

Die Oderhänge Mallnow liegen an einem markanten Steilabfall der Ostbrandenburgischen Platte zum Odertal. Die Hänge zeichnen sich durch Wärme und Trockenheit im Sommer und Kälte in Verbindung mit Trockenheit im Winter aus, so dass sich Halb- Trockenrasen, Steppenrasen und Sandrasen etablieren konnten.  

Die Randowhänge bilden die nördliche Begrenzung des Randowtales östlich von Schmölln.Das Gebiet weist im nördlichen Teil nordost- bis südwestexponierte Hangbereiche auf, im südlichen Teil sind die z.T. steilen Hänge nach Südosten exponiert. Relativ geringe Jahresniederschläge, heiße Sommer und kalte Winter begünstigen die Vorkommen kontinentaler Trocken- und Halbtrockenrasen sowie Wälder trockenwarmer Standorte. 

Natura-2000-Teams

Die Natura-2000-Teams sind eine Kooperation des Landesamtes für Umwelt und der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Die Umsetzung von Natura 2000-Maßnahmen außerhalb der Nationalen Naturlandschaften ist die gemeinsame Aufgabe


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