Frankfurts Stadtwald wird amphibienfitNaturschutzmaßnahme im Rahmen des FROG-Projekts
Frankfurt (Oder) (05.03.2026) – Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg lässt aktuell im Stadtwald von Frankfurt (Oder) vier kleine Gewässer als Heimstätte für bedrohte Amphibien wiederherstellen. Der Wasser- und Landschaftspflegeverband „Untere Spree“ setzt die Maßnahme um und sorgt außerdem für einen besseren Wasserrückhalt im Umfeld der Gewässer.
Die Kleingewässer wurden in den 1990er Jahren von der Forst angelegt. Aufgrund des hohen Laubeintrags im Wald sind diese Lebensräume für deutschlandweit bedrohte Amphibien zunehmend verlandet und verschlammt. „Die Stadt Frankfurt (Oder) hat uns die Idee vorgeschlagen, die Gewässer wiederzubeleben. Diesen Winter kümmern wir uns um drei und im Herbst folgt das Vierte. Nicht nur Erdkröte und Teichmolche, sondern auch Kammmolch, Moorfrosch und der kleine Wasserfrosch werden die Gewässer in Zukunft wieder für sich erobern“, so Sofia Pereira Robledo, die das Projekt bei der Stiftung NaturSchutzFonds betreut.
Neue Lebensräume entstehen
Zunächst baggert der Wasser- und Landschaftspflegeverband (WLV) „Untere Spree“ die Kleingewässer aus und stellt dadurch den ursprünglichen Wasserkörper her. Das schafft wieder gute Ausgangsbedingungen für die Lurche. Der anfallende Schlamm und das organische Material, das sich am Gewässergrund abgesetzt hat, bleiben vor Ort: entweder im Gewässer selbst, in dem dann Bereiche mit tiefem und flacherem Wasser ausgeformt werden oder das anfallende Material wird im Uferbereich verteilt.
Warum an den Kleingewässern Bäume gefällt werden, erklärt Sofia Pereira Robledo: „Im Frühjahr, wenn die Amphibien laichen, kann die Sonne das Wasser schneller erwärmen, weil nun weniger Bäume Schatten werfen. Das ist ideal für die Entwicklung der Kaulquappen. Außerdem verringern wir so den Laubeintrag.“
Ein Gewässer war nahezu komplett unter Schilf verschwunden. Dieses Schilf wurde bereits während der erforderlichen Kampfmitteluntersuchung gemäht und später vom WLV „Untere Spree“ entsorgt. Im Zuge der Arbeiten wird der Gewässerunterhaltungsverband zudem eine sogenannte Fahrschwelle in einen Waldweg einbauen, die bei Starkregenereignissen das Wasser in eines der Kleingewässer leitet. Der Waldweg bleibt so passierbar und das Regenwasser kommt dem Gewässer zugute.
Wasserrückhalt im Wald
Eine dritte Baumaßnahme innerhalb des Projekts betrifft das „Goldene Fließ“, wie ein kleines Oberflächengewässer vor Ort im Volksmund genannt wird. Weil das Fließ Niederschlagswasser aus dem Gebiet ableitet, werden hier Sohlschwellen eingesetzt. Diese kleinen Querbauwerke verzögern den Abfluss und bewirken einen kontrollierten Rückstau, durch den das Wasser länger im Wald gehalten wird.
„Im Hinblick auf die Veränderung der Niederschlagsereignisse und den Rückgang von Amphibien bekommt der Wasserrückhalt in der Landschaft eine immer wichtigere Bedeutung. Mit den Maßnahmen im Stadtwald wird ein wertvoller Beitrag für den Wasser-haushalt und den Erhalt von Trittsteinbiotopen geleistet“, erläutert Beatrice Rätzel vom Umweltamt der Stadt Frankfurt (Oder).
Hintergrund
Amphibien zählen weltweit zu den am stärksten bedrohten Wirbeltieren. Etwa 40 Pro-zent aller Amphibienarten sind auf Roten Listen verzeichnet. Auch die Frösche und Lurche Brandenburgs sind betroffen: Von den 14 hier vorkommenden Arten gelten le-diglich vier als „ungefährdet“. Im Vergleich zu früheren Jahren stellt dies eine Ver-schlechterung dar. Der Verlust von Lebensräumen und die Auswirkungen des Klimawandels verursachen diese Entwicklung.
Gemeinsam mit Gemeinden, Landwirtschaftsbetrieben oder Flächeneigentümer*innen kümmert sich die Stiftung mit dem Projekt FROG – Förderung, Revitalisierung und Optimierung von (Klein-)Gewässern – in neun Landkreisen und in der Stadt Frankfurt (Oder) um Feuchtlebensräume.
Insgesamt 74 Kleingewässer, drei Fließgewässer und ein Moor möchte die Stiftung bis Ende 2030 amphibienfit machen – als neue Lebensräume für Rotbauchunke, Laubfrosch, Knoblauchkröte & Co. Um existierende, trockengefallene Kleingewässer zu revitalisieren, werden Schilf, Gehölze und möglicherweise auch Sediment entnommen. An passenden Stellen werden Gewässer neu angelegt. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Wasserrückhalt in den Feuchtlebensräumen.
Intakte Kleingewässer in der Landschaft werden zum Teil eines Biotopnetzwerks, in welchem Wildtiere Schutz und Ressourcen finden. So tragen Amphibiengewässer zur Aufwertung des gesamten Naturraums bei.
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Mehr als 1.300 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.
Ihr Kontakt
Sofia Pereira RobledoFROG
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Marc ThieleLeiter Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0331 / 971 64 820
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Beatrice RätzelStadt Frankfurt (Oder)
Umweltamt
Telefon: 0335 / 552 39 00
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