Lebendige LandschaftNaturSchutzFonds belebt Moor und Gewässer in der Schorfheide
Angermünde (12.03.2026) – Alles dreht sich ums Wasser, auch in der Schorfheide. Die Stiftung NaturSchutzFonds hat auf ihren Flächen im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin südlich von Altkünkendorf (Landkreis Uckermark) den natürlichen Wasserhaushalt eines Niedermoores wiederhergestellt. Die Flächen bieten nun Junglandwirten aus der Region Zukunftsaussichten. Bei Neugrimnitz (Landkreis Barnim) konnte sie drei Kleingewässer wiederbeleben.
Zwischen Altkünkendorf und dem Weltnaturerbe-Wald Grumsin liegt ein Niedermoor, das die Menschen vor Ort als Große Wiese kennen. Hier hat die Stiftung NaturSchutzFonds im vergangenen Herbst auf ihren Flächen den natürlichen Wasserhaushalt weitestgehend wiederhergestellt.
Ines Wiehle von der Landesstiftung erläutert: „Unser Ziel war es, auf unseren Flächen im südlichen Bereich der Großen Wiese den künstlichen Oberflächenabfluss zu stoppen. Die Verwaltung des Biosphärenreservats hat uns da sehr mit Ideen und Vorschlägen unterstützt, vor allem Rüdiger Michels. Das war wirklich hilfreich.“
Die Stiftung hat den Rohrwiesengraben als Hauptentwässerungsgraben auf einer Länge von 130 Metern vollständig verschließen lassen: „Wir haben zudem elf Plomben in kleinere Abflussgräben im Moor eingesetzt, sozusagen als Stöpsel. So können wir nun das Wasser länger in der Fläche halten“, berichtet Wiehle und ergänzt: „Das soll die Torfzersetzung und damit die CO2-Emission reduzieren. Im besten Fall regeneriert sich das Niedermoor wieder.“ Die Maßnahmen sind auf die Große Wiese begrenzt und haben keine Auswirkungen auf die Ortslage von Altkünkendorf oder die nahe Kreisstraße.
Das Material für die Torfplomben hat die beauftragte Baufirma durch sogenannte Flachabtorfungen vor Ort gewonnen: Dabei wird alter und zersetzter Torf, der sehr gut abdichtet, behutsam oberflächlich abgetragen und in die Gräben eingebaut. An den Abtragungsstellen kann das Moor dann wieder wachsen und sich Torf nachbilden. Das lehmige Material für den Grabenverschluss stammt ebenfalls von der Großen Wiese. An der Aushubstelle sind zwei Blänken entstanden. Diese flachen, wasserführenden Bodenvertiefungen eignen sich als Amphibienlebensraum.
Perspektiven für Junglandwirte aus der Region geschaffen
Seit 250 Jahren wird die Großen Wiese als Grünland genutzt. Damit das auf ihren Flächen so bleibt, hat die Stiftung NaturSchutzFonds ihre Flächen an Junglandwirte aus der Region verpachtet. Deren Robustrinder der Rassen Pinzgauer und Aubrac werden hier grasen und nach und nach eine halboffene Weidelandschaft schaffen. Zuletzt hatte die Stiftung einen Weidezaun für ihre Pächter errichtet.
„Wir konnten hier nicht nur jungen Landwirten bei ihren Zukunftsplänen helfen. Durch die Beweidung werden sich die Lebensbedingungen für zahlreiche zum Teil gefährdete Arten verbessern. Aktuell interessieren sich gerade Kiebitze für die vernässten Bereiche, wie mir die Landwirte letzte Woche berichteten“, freut sich Ines Wiehle.
Kleingewässer bei Neugrimnitz
Auch weiter südlich – auf der Barnimer Seite des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin – soll das Wasser länger in der Landschaft gehalten werden. Hier hat die Stiftung zuletzt drei Kleingewässer wiederbelebt. Ursprünglich abflusslos hat man die Gewässer in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts durch einen Graben verbunden und damit eine Entwässerung in nördliche Richtung zum Großen Grumsinsee geschaffen. Infolgedessen sanken die Wasserspiegel und die Gewässer verlandeten zusehends.
Mit dem Einbau von zwei Sohlschwellen hofft die Stiftung, den Abfluss möglichst vollständig zu unterbinden. Die Querbauwerke verzögern den Abfluss im Graben und sie bewirken einen kontrollierten Rückstau. Die Arbeiten verbessern nicht nur den Landschaftswasserhaushalt vor Ort, sie schaffen zudem neue Lebensräume für gefährdete Amphibien und andere Arten, die im und am Wasser leben, wie etwa Libellen.
Die Maßnahme kommt nicht zuletzt auch dem Großen Grumsinsee zugute, da ihm durch den Graben kein nährstoffreiches Wasser mehr zufließt.
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Mehr als 1.300 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.
Ihr Kontakt
Ines WiehleStiftungsflächen
Telefon: (0331) 971 64 860
E-Mail schreiben
Marc ThieleLeiter Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0331 / 971 64 820
E-Mail schreiben