Neue Heimstätte für bedrohte LurcheNaturschutzmaßnahme im Rahmen des FROG-Projekts
Jüterbog (19.02.2026) – Bis März setzt die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg Bauarbeiten an zwei Kleingewässern zwischen Mellnsdorfs und Blönsdorf westlich der Stadt Jüterbog um. Die Gewässer liegen auf Flächen im Eigentum der Gemeinde Niedergörsdorf und werden als Laichgewässer für Amphibien wie Rotbauchunke, Moorfrosch und Teichfrosch aufgewertet.
Amphibien zählen weltweit zu den am stärksten bedrohten Wirbeltieren. Auch im Landkreis Teltow-Fläming sind Frösche und Lurche von den Auswirkungen des Klimawandels und vom Verlust ihrer Lebensräume betroffen. In Abstimmung mit der Gemeinde Niedergörsdorf möchte die Stiftung NaturSchutzFonds die Situation für die bedrohten Wasser-Land-Bewohner verbessern. Als Teil eines landesweiten Projektes zur Revitalisierung von Kleingewässern lässt die Landesstiftung zwei zugewachsene und verlandete Gewässer auf Eigentumsflächen der Gemeinde Niedergörsdorf entschlammen.
Philipp Bednarski, der das Projekt für die Stiftung NaturSchutzFonds leitet, erläutert: „Mit der Entschlammung sorgen wir dafür, dass die Gewässer wieder Wasser führen können. Zudem lassen wir Schilf, Brombeeren, Weiden und Birken entfernen, die über die Jahre in und auf den Gewässerflächen gewachsen sind.“ An ausgewählten Stellen wird das Ufer aufgelichtet. Hier werden Gebüsche und wenige Bäume entfernt, um auf diese Weise besonnte Wasserflächen zu schaffen, die sich im Frühjahr zur Laichzeit der Lurche schnell erwärmen können. Für die Entwicklung des Amphibiennachwuchses wäre dies eine wichtige Voraussetzung, so Bednarski.
Das bei der Entschlammung gewonnene Material wird direkt vor Ort wieder eingesetzt, sodass neben den Amphibien auch viele andere Tierarten profitieren: Mit dem Aushub aus den Kleingewässern werden sogenannte Beebanks geformt. Dabei handelt es sich um einen künstlich geschaffenen, kleinen Erdwall, der Insekten einen geeigneten Platz zum Nisten bietet. Solche Strukturen helfen besonders Wildbienenarten, die keine Staaten bilden und stattdessen kleine Tunnel in sandige Böden graben, wo sie ihre Nachkommen aufziehen.
Zudem werden Sträucher und Steine zu Totholz- und Lesesteinhaufen geschichtet, die Verstecke und Lebensraum für viele Vögel, Insekten und Säuger bieten.
„Die Stiftung bringt mit ihrem Projekt wieder mehr Natur und Vielfalt in die Landschaft rund um Jüterbog und tut zudem etwas für einen besseren Wasserrückhalt in der Landschaft. Das finden wir sehr unterstützenswert“, bilanziert die Gemeinde Niedergörsdorf.
Stiftung revitalisiert landesweit Kleingewässer
In neun Landkreisen und in der Stadt Frankfurt (Oder) kümmert sich die Stiftung Natur-SchutzFonds gemeinsam mit Gemeinden, Landwirtschaftsbetrieben oder Flächeneigentümer*innen in ihrem Projekt FROG (Förderung, Revitalisierung und Optimierung von (Klein-)Gewässern) landesweit um Feuchtlebensräume.
Insgesamt 74 Kleingewässer, drei Fließgewässer und ein Moor möchte die Stiftung bis Ende 2030 amphibienfit machen – als neue Lebensräume für Rotbauchunke, Laubfrosch, Knoblauchkröte & Co. Um existierende, trockengefallene Kleingewässer zu revitalisieren, werden Schilf, Gehölze und auch Sediment entnommen. An passenden Stellen werden Gewässer neu angelegt. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Wasserrückhalt in den Feuchtlebensräumen. Intakte Kleingewässer in der Landschaft werden zum Teil eines Netzwerks aus Lebensräumen, in welchem Wildtiere Schutz und Ressourcen finden. So tragen Amphibiengewässer zur Aufwertung eines gesamten Naturraums bei.
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Mehr als 1.300 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.
Ihr Kontakt
Philipp Bednarski Projektleitung FROG
Telefon: 0331 / 971 64 854
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Marc ThieleLeiter Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0331 / 971 64 820
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Gemeinde Niedergörsdorf
Telefon: 33741 / 697 0
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