Mehr Lebensraum für bedrohte SteinkäuzeStiftungsprojekt im Landkreis Potsdam-Mittelmark

Beelitz (30.06.2026) – Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg hat östlich von Elsholz in der Gemeinde Beelitz (Landkreis Potsdam-Mittelmark) junge Obstbäume auf einer alten Streuobstwiese pflanzen lassen. Die Pflanzungen im Naturpark Nuthe-Nieplitz sollen den Lebensraum für den stark gefährdeten Steinkauz verbessern. Landwirt Jürgen Frenzel aus Elsholz, dem die Flächen gehören, hat die Maßnahmen vorgeschlagen und unterstützt die Stiftung bei ihrer Arbeit.

In Brandenburg ist der Steinkauz stark gefährdet. Der Verlust strukturreicher Kulturlandschaften mit Wiesen, Hecken und alten Obstbäumen sowie fehlende Nahrungsquellen wie zum Beispiel Mäuse und andere Kleintiere oder Insekten bedrohen den Fortbestand der Art. 

„Besonders gravierend ist der Verlust traditioneller Streuobstwiesen. Hier finden die Steinkäuze nicht nur geeignete Sitzwarten für die Jagd. Die Vögel verstecken sich in den Höhlen alter Bäume und brüten dort auch“, erklärt Ninett Hirsch vom NaturSchutzFonds Brandenburg.

Mit 60 Obstbäumen – Äpfel, Kirschen, Birnen und Pflaumen aus regionalen Sorten – hat die Landesstiftung nun eine alte Streuobstwiese in Elsholz um einen Hektar Fläche erweitern lassen. Aber auch in die alten Reihen wurden Bäume gepflanzt. Dies schafft langfristig neue Nistmöglichkeiten und Lebensraum für die Käuze, aber auch für andere Vogelarten wie zum Beispiel Wendehals und Neuntöter, die auf der Roten Liste der Brutvögel Brandenburgs stehen.

Ein Lesesteinhaufen und eine 70 Meter lange Hecke ergänzen die Pflanzung und bringen weitere Strukturen auf die Obstwiese. Die langfristige Pflege übernimmt später der Landwirt Jürgen Frenzel und organisiert den Baumschnitt und das Wässern. Frenzel hatte auch die Flächen für die Erweiterung bereitgestellt. Zudem werden Rinder des ökologisch wirtschaftenden Mutterkuhbetriebes Seehaus & Pöns unter den Bäumen weiden. 

Jürgen Frenzel zu seinen vielfältigen Motiven: „Ich kenne noch die Zeit, als hinter jedem Gehöft im Dorf Obstreihen standen, von denen das ganze Dorf versorgt wurde. Ein Relikt davon möchte ich noch in der Landschaft erhalten. Ich möchte die Artenvielfalt fördern, den Lebensraum für seltene Tiere erweitern, eine Erosionsbarriere schaffen und nicht zuletzt Obst von alten Sorten ernten.“

Streuobstwiesen zählen hierzulande zu den artenreichsten Lebensräumen. Mit europaweit mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie bis zu 6.000 Obstsorten werden sie auch als „Hotspots der biologischen Vielfalt“ bezeichnet. Streuobstwiesen vereinen zwei Lebensräume auf einer Fläche: einen lichten, beinahe waldartigen Bestand aus Obstbäumen sowie Wiesen und Weiden im Unterwuchs. Das macht sie so struktur- und artenreich. 
 

Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Rund 1.400 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.
 


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