Weiterer Teich bezugsfertigNaturSchutzFonds setzt Wohnungsbauprogramm für Amphibien fort
Calau (10.03.2026) – Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg setzt ihre Bemühungen für den Erhalt von Teichen in der Lausitz fort und hat nun Arbeiten am Liehracksteich südlich von Calau abgeschlossen. Das über die Jahre immer stärker verlandete Gewässer in der Teichlandschaft Buchwäldchen-Muckwar wurde auf einer größeren Teilfläche von Schlamm befreit. Ziel war, in einem Bereich des Teiches eine dauerhaft offene Wasserfläche wiederherzustellen. Die Teichlandschaft im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist seit zehn Jahren im Eigentum der Landesnaturschutzstiftung und teilweise verpachtet.
Nachdem hier Bewirtschaftung und Fischzucht bereits Mitte der 1980er Jahre wegen des Wassermangels durch den Bergbau aufgegeben worden sind, befand sich der vier Hektar große Liehracksteich im Naturpark Niederlausitzer Landrücken inzwischen in einem schlechten ökologischen Zustand. Auch wenn nach dem Ende des Braunkohlebaus in der Region wieder mehr Wasser zufloss, reichte das nicht aus: Das östlichste der zur Teichlandschaft Buchwäldchen-Muckwar zählenden Gewässer war trotzdem verschlammt und trocknete regelmäßig aus.
Wasserrückhalt und Amphibienlebensraum
„Wir haben zwar nicht den gesamten Liehracksteich wiederherstellen können. Dafür fehlt uns inzwischen schlichtweg das Wasser. Wir konnten aber wenigstens in einem größeren Bereich des Teiches eine dauerhafte Wasserfläche schaffen. Damit kümmern wir uns nicht nur um den Wasserrückhalt in der Region, sondern auch um gefährdete Amphibien. Denen bietet das Gewässer nun wieder eine Heimstätte für die Entwicklung der Nachkommen“, erläutert Silke Freiwald vom NaturSchutzFonds die Pläne der Stiftung, die den Teich 2015 in ihr Eigentum übernommen hat.
Hoffnung machen der Naturschützerin dabei die Beobachtungen der Naturwacht, die hier zu Beginn der 2000er Jahre noch hunderte Kammmolche, Rotbauchunken und Laubfrösche zählen konnte. Auf die Rückkehr der Lurche hofft Freiwald: „Teichanlagen sind wertvolle Ökosysteme, die von der Nutzung durch den Menschen abhängen. Wird die Pflege aufgegeben, verfallen Staubauwerke und Dämme gehen kaputt. Die offenen Wasserflächen wachsen allmählich zu und trocknen dann umso schneller aus. So verschwinden erst die Lebensräume und dann gehen auch die sensiblen Amphibienarten verloren. Wir möchten hier dem Gewässer eine neue Chance geben.“
Die Schlammauflage im Liehracksteich – entstanden durch die Zersetzung von organischem Material, das sich im Gewässer angesammelt hat – ist an einigen Stellen mittlerweile knietief. Dieser Schlamm wurde auf der Fläche von der Größe eines Fußballfeldes ausgebaggert und umgelagert. „Der Schlamm wurde gewässerseitig an den Dämmen aufgebracht und dichtet sie ab“, erklärt Silke Freiwald.
Damit der Teich zukünftig in einigen Bereichen dauerhaft Wasser führt, wurde auch ein Zulaufgraben entschlammt. Ein anderer Graben südlich dieses Zulaufes wurde mit einer Erdplombe verschlossen. Bislang war darüber das Wasser ungewollt in das Vetschauer Mühlenfließ abgeflossen.
Ein Problem war zudem Schilfröhricht, das sich immer weiter in die offene Wasserfläche ausgebreitet hatte. Nach einer Schilfmahd finden die Amphibien im Teich nun wieder besonnte Flachwasserbereiche, wo sie sich fortpflanzen können. Ein Teil des Schilfschnittes bietet, zu Haufen an Land aufgeschichtet, Verstecke für die Amphibien, in denen die Tiere den Winter überstehen. Zukünftig soll das Schilf aus Landesmitteln des Vertragsnaturschutzes regelmäßig von einem Auftragnehmer gemäht werden.
Teichgruppe in guten Händen
Elf der zwölf Teiche der Teichgruppe Buchwäldchen-Muckwar sind seit zehn Jahren im Eigentum der Stiftung NaturSchutzFonds. Fünf davon – der Krummetteich, der Große Brauer, Herren- und Frauenteich sowie der Große Paul – sind an die Ökologische Teichwirtschaft Fürstlich Drehna verpachtet und werden bewirtschaftet.
Inzwischen hat die Stiftung umfangreiche Maßnahmen in der Teichgruppe umgesetzt, um die Lebensräume von Amphibien und den Wasserrückhalt in der Region zu verbessern. So wurden über den Jahreswechsel 2019 / 2020 die Ablassbauwerke am Großen Brauer und am Krummetteich erneuert. 2023 wurde der Alte Teich teilweise entschlammt. Vor zwei Jahren hat die Stiftung am Großen Brauer den nördlichen Damm instandgesetzt und im vergangenen Winter das Ablassbauwerk am Frauenteich ersetzt.
„Aktuell ist die Sanierung des nordöstlichen Damms des Krummetteichs in Planung sowie die Ablassbauwerke am Herrenteich“, blickt Silke Freiwald voraus.
Finanziert wurden die Baumaßnahmen aus Ersatzzahlungen, die unter anderem für die Errichtung von Windenergieanlagen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz angefallen sind und die von der Stiftung NaturSchutzFonds nun wieder direkt vor Ort eingesetzt werden.
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Mehr als 1.300 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.
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