Laich- und Landhabitate für die Rotbauchunke Ein Stiftungsprojekt im Landkreis Uckermark

Das FFH-Gebiet "Poratzer Moränenlandschaft" ist ein wichtiger Standort für Amphibien, insbesondere für die in Brandenburg gefährdeten Arten Rotbauchunke, Kammmolch, Laubfrosch und Moorfrosch. Mit über 100 Rufern findet sich hier die vermutlich größte Rufergemeinschaft des Laubfroschs im Biosphärenreservat. Die Rotbauchunke ist mit über 50 Rufern, der Moorfrosch mit über 100 Rufern nachgewiesen, der Kammmolch über und Zufallsnachweise. Auf den stiftungseigenen Flächen sind jedoch einige der Kleingewässer vollständig verbuscht.

Auf einen Blick

Projekt: "Aufwertung von Laich- und Landhabitaten der Rotbauunke im FFH-Gebiet Poratzer Moränenlandschaft"
Ziel: Wiederherstellung von Laichgewässern, Anlage von Landhabitaten sowie Verbesserung des Biotopverbunds
Gebiet: ca. 39 Hektar Stiftungsfläche im Landkreis Uckermark
Schutzstatus: FFH-Gebiet „Poratzer Moränenlandschaft" inmitten des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin
Zeitraum: 2023 - 2026

Die Projektflächen

Das Projektgebiet liegt bei Luisenau im Landkreis Uckermark, südöstlich von Ringenwalde und südlich der Landstraße nach Poratz. Unsere Stiftungsflächen im südlichen Teil des FFH-Gebietes „Poratzer Moränenlandschaft“ sind hier etwa 39 Hektar groß.

Die Umsetzung von Maßnahmen für Amphibien – der Erhalt und die Entwicklung der entsprechenden Lebensraumtypen (LRT) und Kleingewässer als Habitate sowie die Wiederherstellung und Sicherung eines naturnahen Wasserhaushaltes – haben im FFH-Gebiet eine hohe Priorität. Bereits im FFH-Managementplan wurde der Erhalt der Laichgewässer durch Verhinderung von Austrocknung und Verlandung sowie der Erhalt des extensiven Grünlandes und der Landlebensräume wie Lesesteinhaufen, Grünstreifen und Baumreihen festgelegt.

Grünland mit Flachwasserbereichen

Der Großteil des Projektgebietes besteht aus einer Frischwiese mit hageren Kuppen und feuchten Senken sowie zwei staunassen Mulden mit Seggen (Carex riparia). Am nördlichen Rand, im Übergang zum Wald, liegen zwei flache Gewässer mit typischen Verlandungsstrukturen, Unterwasser- und Schwimmblattfluren. Sie sind eingebettet in Großseggen-Röhrichte aus Sumpfsegge (Carex acutiformis, C. elata, C. riparia), gemischt mit Blutweiderich (Lythrum salicaria) und teilweise mit eingestreuten Erlen (Alnus glutinos), Eschen (Fraxinus excelsior) und Silberweiden (Salix alba). Diese Flachwasserbereiche sind wertvolle Laichhabitate mit großen Rufergemeinschaften von Rotbauchunke, Laubfrosch, Moorfrosch und mit Reproduktionsnachweisen des Kammmolchs.

Das Grünland selbst –  als Magere Flachland-Mähwiese (LRT 6510) in einem guten Erhaltungszustand ausgewiesen – wird in enger Abstimmung mit der Naturwacht und dem Biosphärenreservat extensiv genutzt. Diese Nutzung mit Mahd oder Beweidung zu phänologisch wechselnden Terminen und jährlich wechselnden Altgrasstreifen wird fortgesetzt. 

Kleingewässer

Die vier im Grünland eingestreuten, temporär wasserführenden Kleingewässer sind geschützte Biotope (§32 BbgNatSchG). Ein Kleingewässer im nordöstlichen Bereich des Grünlandes ist ein temporär wasserführendes Soll. Es war schon im Jahr 2011 vollständig von Grauweiden beschattet, es wurde jedoch noch ein Wasserstand von etwa 40 Zentimetern gemessen. 2011 wurden auch die übrigen Kleingewässer kartiert: ein perennierendes, naturnah beschattetes Soll mit Stieleiche und Grauweidengebüsch, ein weiteres mit einem schon damals sehr großen Grauweidengebüsch und Stieleichen sowie Lesesteinen und ein drittes als temporäres Kleingewässer mit wenig Wasserführung, gesäumt von alten Pappeln und Stieleichen. 

Die genannten Flachwasserbereiche im Übergangsbereich vom Wald und Offen sind hingegen noch gut wassergefüllt. Sie sind die wichtigsten Laichhabitate für Amphibien im Projektgebiet und Schwerpunktvorkommen für Rotbauchunke, Moor- und Laubfrosch.

Die Maßnahmen

Unser Ziel ist es, die Laich- und Landhabitate für Amphibien langfristig zu sichern und aufzuwerten. Dafür werden Kleingewässer von Grauweidengebüschen befreit, Totholz- und Lesesteinhaufen angelegt sowie Solitäreichen gepflanzt. Die geplanten Maßnahmen im Detail: 

Grauweiden

Die Grauweidengebüsche an den Kleingewässern im Projektgebiet werden komplett entfernt: Bei einem Kleingewässer sind etwa 80 Quadratmeter Buschwerk zu roden, bei einem weiteren etwa 400 Quadratmeter und ein drittes Soll wird bislang sogar von rund 1.500 Quadratmeter Grauweidengebüsch beschattet. Auch Lesesteine, Totholz und Baumschnitt werden aus den Kleingewässern geborgen. Die am Ufer stehenden Solitär- und Altbäume bleiben dabei erhalten.

Totholz- und Lesesteinhaufen

Baumschnitt und Wurzelstubben aus den Kleingewässern werden vor Ort als Totholzhaufen verwendet: Etwa 15 solcher Totholzhaufen – jeder zwei mal zwei Meter groß und bis anderthalb Meter hoch – sollen als Winterhabitat für Amphibien und Reptilien angelegt werden. Auch Lesesteinhaufen sind wertvolle Winterhabitate für Amphibien, Reptilien oder Kleinsäuger und bieten im Sommer für Amphibien auch einen Landlebensraum. Sie werden im Projektgebiet als Teil des Biotopverbunds angelegt. 

Solitäreichen

Um die Laichhabitate besser zu vernetzen soll eine Dauerbrache in Form einer Baumreihe mit Lesesteinhaufen angelegt werden. Dafür sollen drei Eichen als Heister mit Dreibock in einem Abstand von etwa 25 Metern gepflanzt werden.

Zusammen mit den genannten Lesesteinhaufen sollen drei Solitäreichen (Quercus robur) die Laichhabitate besser vernetzen: Sie werden in einer Reihe als Heister im Abstand von etwa 25 Metern gepflanzt. Durch dieses „Hindernis“ bei der Bewirtschaftung der Flächen entwickelt sich eine Dauerbrache mit Sukzession. Von diesem Biotopverbund profitieren neben Amphibien viele weitere Artengruppen wie beispielsweise Insekten oder Brutvögel.

Aktuell laufen Pflegemaßnahmen. Im Januar 2025 und Februar 2026 wurden Drainagen gesucht. 

Klimaänderung

Auch in diesem Projektgebiet müssen die Szenarien des PIK (2009) und die aktuellen Erkenntnisse zur Dürre in Europa (DWD 2022) berücksichtigt werden: Demnach verlängert sich die Vegetationsperiode um mindestens drei Wochen bei gleichzeitiger Erhöhung der Tagesmitteltemperatur, der Zunahme von Dürrephasen und höherer Sonneneinstrahlung. Daraus ergibt sich eine höhere Verdunstung und eine schnellere Reduktion des Bodenwassers. Gleichzeitig verschiebt sich die Verteilung der Niederschläge zugunsten der Wintermonate mit Ausbleiben von Schneephasen und mit negativen Wasserbilanzen in den Sommermonaten. 

Ihr Kontakt

Ninett HirschStiftungsprojekte

Tel.: 0331 / 97 164 875
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