Revitalisierung der Dorfteiche im Amt Gartz (Oder)Einblicke in die Zusammenarbeit
Gleich fünf Förderanträge reichte das Amt Gartz (Oder) im Dezember 2020 bei der Stiftung ein. Anlass war der schlechte Zustand zahlreicher Kleingewässer in den Gemeinden: Sie waren stark verlandet. Es fehlten über lange Zeiträume hinweg offene Wasserflächen, auch durch die anhaltende Trockenheit. Darunter litten wiederum zahlreiche Tier- und Pflanzenarten erheblich. „Das wollten wir ändern“, so Amtsdirektor Frank Gotzmann. Im folgenden Interview gibt er Einblicke in die Zusammenarbeit mit der Stiftung.
Woher wussten Sie, dass man für die Revitalisierung von Kleingewässern Fördergelder beantragen kann?
Die Rettung unserer Dorfseen und Kleingewässer liegt vielen am Herzen. Letztendlich brachte ein Ortsvorsteher die Stiftung NaturSchutzFonds ins Spiel. Er meinte: Da bei uns so viele Windenergieanlagen aufgestellt werden, stünden Ersatzzahlungen zur Verfügung, mit denen wir auch unsere eigenen Naturschutzprojekte umsetzen können. Wir haben uns dann an Herrn Hermann Wiesing als erfahrenem Umweltplaner gewandt. Er war für uns ein Glücksfall. Insgesamt 25 Kleingewässer standen auf der „Wunschliste“ von 18 Dörfern. Seine fachliche Einschätzung half uns sehr. Er erklärte auch ganz deutlich, was nicht geht. Das gefiel nicht jedem.
Wie ging es dann weiter?
Konkrete Projektskizzen entwickelten wir zunächst für fünf Dorfseen: den Schmiedepfuhl Biesendahlshof, den Todtlägersee in Luckow, den Margaretenpfuhl Casekow sowie den Bleichsee und den Unteren Pfuhl in Hohenreinkendorf. Danach analysierte Herr Wiesing die Projektgebiete ausführlicher: Es wurden die Lage, die Eigentums- und Nutzungsverhältnisse, der Wasserhaushalt, die vorkommenden Arten und deren Schutzstatus erfasst. Daraus leiteten wir konkrete Maßnahmen und schlussendlich eine Grobkostenschätzung ab. Außerdem erbaten wir zu unseren Vorhaben eine Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Uckermark. Das gestaltete sich wider Erwarten nicht gerade einfach. Im Dezember 2020 haben wir dann die fünf Förderanträge bei der Stiftung eingereicht.
Wie lief die Zusammenarbeit mit der Stiftung?
Die Zusammenarbeit mit der Stiftung war zielführend und angenehm. Wir fühlten uns dort sehr gut aufgehoben. Durch die intensive planerische Vorbereitung unserer Anträge gab es nur wenige Rückfragen. Die Mitarbeiter der Stiftung kamen vor Ort und machten sich ein Bild von unseren Dorfteichen. Nach der Entscheidung des Stiftungsrates begannen wir sehr schnell, unsere fünf Projekte umzusetzen. Von Vorteil war natürlich, dass die Gewässer im kommunalen Eigentum standen. Durch die gute Kommunikation mit den Mitarbeitern der Stiftung, die Abstimmung mit den örtlichen Landwirten und unseren Ortsvorstehern liefen die Projekte fast „geräuschlos“.
Was sollte man als Projektträger unbedingt wissen?
Sehr wichtig zu wissen ist, dass bereits die Kosten für die Planung der Naturschutzmaßnahmen erstattet werden – selbst rückwirkend. Planungsleistungen, basierend auf der HOAI*, sind als solche förderfähig. So konnten wir uns von Anfang an kompetente fachliche Unterstützung suchen. Das hat uns enorm entlastet. Ein erfahrener Planer hilft, die Vorstellungen vor Ort richtig einzuordnen. Durch die Stiftung kann eine bis zu 100-prozentige Förderung für Naturschutzmaßnahmen gewährt werden. In unserem Fall waren das sechsstellige Beträge. Diese hätten unsere kleinen amtsangehörigen Gemeinden gar nicht allein stemmen können. Durch diese großzügigen Zuwendungen gab es auch kaum Widerstand in unseren Gremien.
*HOAI = Honorarabrechnung für Architekten und Ingenieure
Und Ihre Meinung zur Antragstellung?
Der Aufwand für die Förderanträge war auch für uns als kleine Amtsverwaltung gut zu beherrschen. Kurzum: Ich kann die Zusammenarbeit mit der Stiftung uneingeschränkt empfehlen. Und da es leider noch viel zu tun gibt, um das wertvolle Wasser in unseren Kleingewässern zu halten und um diese für Amphibien, Insekten und andere Tiere wiederherzustellen, werden es nicht unsere letzten Projekte gewesen sein. Wir wissen ja nun, wie es geht.