Austausch zu Biodiversität und Landwirtschaft

Aktuelles
Wenn sich Fachleute aus Landwirtschaft und Naturschutz zum Austausch treffen, stehen erst einmal die Grundlagen auf dem Programm.
Dann wird es praktisch und durchaus ein bisschen technisch...
...schließlich sieht man einen Brielmaier-Balkenmähwerk oder einen Kammschwader nicht alle Tage in Aktion. Fotos (3) Manuela Brecht/ Natura-2000-Team Nordwest

Mitte Juni trafen sich 25 Fachleute aus Landwirtschaft und Naturschutz im Dorfgemeinschaftshaus in Rägelin in Temnitzquell (Landkreis Ostprignitz-Ruppin). Das Team der „Vernetzungsstelle Biodiversitäts- und Klimaberatung Brandenburg“ und das Natura-2000-Team Nordwest hatten zu der Veranstaltung eingeladen. 

Laura Klein vom Landesamt für Umwelt (LfU) zeigte am Vormittag, wie sich Maßnahmen aus dem Vertragsnaturschutz mit Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen verbinden lassen, um auf den Flächen die biologische Vielfalt zu erhalten und zu fördern. Zudem berichtete Andreas Bergmann vom Landschaftspflegeverband Prignitz-Ruppiner-Land aus der Praxis und stellte die vielfältige Arbeit seines Verbandes vor. 

Am Nachmittag ging es nach draußen: Landwirt und Agrarökologe Bennet Freier aus Rägelin demonstrierte seine Technik – ein Brielmaier-Balkenmähwerk und einen Kammschwader – auf nassen Moorflächen. Bei seiner Arbeit achtet er darauf, den Boden und Insekten zu schonen. Besonders wichtig ist ihm der Lebensraum der seltenen Windelschnecke. Mit großem Ideenreichtum testet und verändert Freier seine Maschinen, um Natur- und Wirtschaftszielen gerecht zu werden. Außerdem erklärte er, wie er das Mähgut sinnvoll nutzt: Auch hier zeigt der Landwirt Experimentierfreude. Neben der Verwendung als Futter und zur Einstreu, nutzt Herr Freier das sich schnell zersetzende Mahdgut auch als Mulchschicht auf seinen Ackerflächen und reichert so den Humusanteil im Boden an. 

Anschließend diskutierte Andreas Bergmann mit den Teilnehmenden über die Wertminderung landwirtschaftlicher Flächen durch die Wiedervernässung aus Sicht von Landnutzenden und Naturschutz.

Zum Abschluss lenkten Dr. Nicole Starik vom LfU und Mollusken-Experte Siegfried Petrick den Blick auf die Windelschnecke. Die Tiere sind nur bis zu drei Millimeter groß und leben an nassen Standorten. Die Experten erklärten die Lebensweise der Arten und zeigten, wie Fachleute sie kartieren. Die Teilnehmenden der Exkursion fanden sogar ein Exemplar – durchaus ein besonderer Moment, dieses winzige Tier zu entdecken.

Natura-2000-Teams

Die fünf Natura-2000-Teams sind eine Kooperation des Landesamtes für Umwelt und unserer Stiftung. Gemeinsame Aufgabe ist die Umsetzung von Natura-2000-Maßnahmen außerhalb der Nationalen Naturlandschaften im Land Brandenburg.


Alle Neuigkeiten
Zum Seitenanfang