Mit detektivischem Spürsinn Entwässerung gestoppt

Wasserhaushalt
Blick auf eine Karte, in die blau der Verlauf vermuteter Drainagen eingezeichnet ist.
Die Firma Henry Wengler hat sehr vie Erfahrung beim Suchen und vor allem Finden von Drainagen.
Blick von oben auf ein Drainrohr.
Die Drainrohre haben ganz unterschiedliche Durchmesser. Foto: Henry Wengler
Das ist der Anblick, den wir uns wünschen! Fotos(3): NSF

Auf unserer Stiftungsfläche nahe Luisenau in der Gemarkung Ringenwalde haben wir auf rund 800 Metern Länge Drainagen im Boden zerstören lassen. Die sogenannten Drainrohre aus Ton waren seinerzeit vergraben worden, um die Flächen effektiv zu entwässern.

Ninett Hirsch hat für uns die Arbeiten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin begleitet: „Mit den Maßnahmen sorgen wir dafür, dass jeder Tropfen Regen in den Flächen bleibt und nicht aus der Landschaft abfließt. Mit unserem Flächenpächter und der Verwaltung des Biosphärenreservates  haben wir uns vorher abgestimmt.“

Vor allem haben wir die Kleingewässer im Blick. „Die Gewässer sind als Kinderstube überlebenswichtig für bedrohte Lurche wie die Rotbauchunke und den Laubfrosch“, so Ninett Hirsch.

Erste Hinweise, dass die Flächen unterirdisch Wasser verlieren, lieferte die Naturwacht aus dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. So bemerkten die Ranger, wie bereits renaturierte Kleingewässer im Frühjahr zwar vollliefen, das Wasser aber auch schnell wieder verloren. Zudem fanden sie alte Tonscherben an der Fläche.

Eine Fachfirma aus Brandenburg machte sich daraufhin in den Wintermonaten 2025 und 2026 per Minibagger auf die Suche und entdeckte bei ihren Suchschachtungen zahlreiche Drainrohre im Boden, die sie zerstörte und damit die Entwässerung stoppte.

Mit der Verbesserung des natürlichen Wasserhaushalts sollen wieder Laichhabitate für Amphibien, die europaweit zu den am stärksten bedrohten Artengruppen zählen, entstehen. Auch Blänken -  Bodenvertiefungen, in denen sich nach Regengüssen das Wasser sammelt und eine ganze Weile stehen bleibt - stehen dann den Amphibien als Wasserlebensraum und zur Laichablage zur Verfügung.

Zudem haben wir auf unseren Flächen bei Luisenau unter anderem Totholz- und Lesesteinhaufen aufschichten lassen. Die Haufen bieten Versteckmöglichkeiten und helfen den Amphibien, zwischen Laichgewässern und Landlebensräumen hin und her zu wandern. Auch Reptilien wie die Zauneidechse können sich hier verstecken.

Die naturnahe Entwicklung von Gewässern zu fördern und die Regulationsfähigkeit des Landschaftswasserhaushaltes zu stärken, spielen in unserer Arbeit eine große Rolle. Wir setzen auf unseren Flächen insbesondere Projekte und Maßnahmen um, die die Wasserstände und den Wasserrückhalt in der Landschaft verbessern und stabilisieren. 
 


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