Naturschutz-Erfolg im Gewerbegebiet

Artenschutz
Wechselkröte. Foto: Ulrich Schröder
Hier ist das Auffangbecken fast nicht mehr zu erkennen.
Hier sind die Baumaßnahmen schon sehr weit vorangeschritten.
Geschafft! Ein funktionsfähiges Laichgewässer wartet auf die ersten Amphibien. Fotos (3): Julian Jaschke

Selbst eher unscheinbare Orte wie ein Regenrückhaltebecken im Gewerbegebiet können wertvolle Lebensräume sein: Mitte Mai konnten wieder Wechselkröten im Gewerbegebiet Dahlwitz-Hoppegarten nachgewiesen werden – eine Art, die in Brandenburg als stark gefährdet gilt und kaum noch geeignete Lebensräume findet. Naturschutz im Gewerbegebiet funktioniert! 

Dass die Tiere inmitten des Gewerbegebiets laichen konnten, ist das Ergebnis einer Naturschutzmaßnahme, die im März dieses Jahres umgesetzt wurde. Das Natura-2000-Team Nordost hatte gemeinsam mit dem NABU Hoppegarten und dem NABU Neuenhagen auf dem Gelände ein verlandetes Regenrückhaltebecken saniert - finanziert aus Mitteln unserer Stiftung. Mit einer aufgrund der bevorstehenden Amphibiensaison zeitlich begrenzten Ausnahmegenehmigung und unter täglicher ökologischer Baubegleitung wurden rund 650 Kubikmeter Schlamm entfernt sowie Röhricht und die Sukzessionsvegetation. Ziel war es, rechtzeitig ein funktionsfähiges Laichgewässer bereitzustellen.

Das ist geglückt. Das Gewässer wurde sehr schnell als Laichhabitat angenommen, bereits wenige Tage nach Abschluss der Arbeiten wimmelte es im Becken von Tausenden Erdkröten‑Kaulquappen. Mitte Mai dann der Nachweis der Wechselkröte: Die wieder neu entstandenen offenen, flachen und sonnenexponierten Wasserflächen sind genau das, was ihr Nachwuchs braucht. Wechselkröten bevorzugen vegetationsarme Pioniergewässer.

Das Projekt zeigt, dass gezielter Naturschutz auch in stark genutzten Gebieten wie Gewerbegebieten funktionieren kann – wenn Behörden, Unternehmen und Naturschutzorganisationen wie in diesem Fall an einem Strang ziehen.

Die Natura-2000-Teams sind eine Kooperation unserer Stiftung mit dem Landesamt für Umwelt, LfU. Die gemeinsamen Teams beraten Landnutzer*innen, initiieren Umsetzungsprojekte und begleiten Projektpartner außerhalb der Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs. 


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