Wenn die Natur zur Ruhe kommt, beginnt die Bausaison

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Behutsam werden die Geländeformen vertieft. Bereits während der Arbeiten kommt das Wasser zurück.
Neue Lebensräume in der Agrarlandschaft. Fotos: Tanja Jarick

Nördlich von Dissen im Landkreis Spree-Neiße hat das Natura-2000-Team Süd fünf neue Kleingewässer geschaffen. Die Firma Grünzeug aus dem benachbarten Landkreis Dahme-Spreewald vertiefte dafür natürliche Senken auf einer Ackerfläche behutsam mit der Baggerschaufel. Der große Vorteil: Grundwasser kann die neuen Gewässer künftig speisen. So bleibt das Wasser auch während der Laichzeit der Amphibien erhalten. Die Erdkröte etwa beginnt schon im frühen Frühjahr zu laichen und setzt damit bis in den Juni fort.

Aber warum gerade hier bei Dissen? Die Kleingewässer liegen im europäischen Vogelschutzgebiet „Spreewald und Lieberoser Endmoräne“ und sind mehr als nur kleine Wasserstellen. Sie schaffen eine wichtige Verbindung zwischen verschiedenen Lebensräumen. In der Umgebung liegen zahlreiche weitere Schutzgebiete, darunter das Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet „Biotopverbund Spreeaue“.

Dort sind unter anderem seltene und geschützte Amphibien wie Rotbauchunke, Laubfrosch und Moorfrosch zu Hause. Aber auch viele Insekten, Vögel und Säugetiere profitieren von den Wasserlebensräumen. Wenn sich Tiere auf der Suche nach Nahrung, Partnern oder neuen Quartieren durch die Landschaft bewegen, sind kleine Gewässer, Baumgruppen und andere naturnahe Strukturen wichtige „Trittsteine“: Sie bieten Nahrung, Schutz und dienen als Rast- und Wandermöglichkeiten. So helfen sie, Lebensräume miteinander zu vernetzen.

Auch für die Klimaanpassung sind solche Kleingewässer wichtig. Durch den Klimawandel werden längere Trockenperioden und höhere Temperaturen wahrscheinlicher. Wasserführende Kleingewässer können dann wertvolle Rückzugsorte für Tiere sein und tragen dazu bei, die Landschaft widerstandsfähiger gegenüber solchen Veränderungen zu machen. Gleichzeitig schaffen sie kleine, artenreiche Lebensräume direkt in der Agrarlandschaft.

Ein herzliches Dankeschön gilt insbesondere dem Flächeneigentümer, der die Maßnahme überhaupt erst ermöglicht hat.

Natura 2000

Als grenzüberschreitendes Netz von Schutzgebieten dient Natura 2000 dem Erhalt natürlicher Lebensräume sowie wildlebender Tiere und Pflanzen in der Europäischen Union. Die fünf Natura-2000-Teams sind eine Kooperation des Landesamtes für Umwelt und der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Gemeinsame Aufgabe ist die Umsetzung von Natura-2000-Maßnahmen außerhalb der Nationalen Naturlandschaften im Land Brandenburg. Hierbei geht es um den Erhalt und um die Förderung der Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie und der EU-Vogelschutzrichtlinie. Für die Natura-2000-Gebiet sind die erforderlichen Maßnahmen in sogenannten Managementplänen dargestellt.


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