MonitoringDeutlicher Rückgang bei Amphibien

Die Amphibienschutzzäune der Naturwacht retten seit vielen Jahren im beginnenden Frühjahr an Wanderschwerpunkten Kröten, Frösche und Molche vor dem Überfahren. Gleichzeitig werden alle Tiere in den Fangeimern nach Art und Geschlecht registriert, bevor sie über die Straße gesetzt werden und ihren Weg zum Laichgewässer fortsetzen. Die in den meisten Großschutzgebieten rückläufigen Zahlen deuten darauf hin, dass die Bestände unter der extremen Trockenheit im Vorjahr leiden. Es folgen die Ergebnisse aus dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land.

Diesen deutlichen Rückgang bei den wandernden Amphibien führt die Rangerin auf die extreme Trockenheit 2018 zurück. „Die meisten Arten ziehen nur zum Laichen im Frühjahr ins Gewässer. Den Rest des Jahres verbringen sie in den umliegenden, feuchten Lebensräumen an Land. Fällt hier über Monate kein Regen, überstehen das viele Tiere nicht“, so Rudnik. Da Insekten auf dem Speiseplan der Amphibien stehen, verschlechtert auch deren Rückgang die Lage zusätzlich. „Viele Amphibien sahen dieses Jahr ungewöhnlich abgemagert aus“, berichtet Anke Rudnik.

Hoffnungslos sei die Lage gleichwohl nicht, erläutert die Rangerin. Zunächst einmal gibt es immer auch eine gewisse Ungenauigkeit bei den erfassten Zahlen. Weil die Wanderung durch die Witterung beeinflusst wird, ist es schwierig, den richtigen Zeitpunkt für den Zaunbau abzupassen. Zudem sind Schwankungen bei Amphibienbeständen durchaus normal. In feuchten Jahren können die Zahlen auch schnell wieder steigen, das zeigt auch die seit 2004 geführte Statistik der Naturwacht. Problematisch wird es, wenn die Trockenphasen zu lang werden. Dann drohen ganze Populationen einzubrechen.