Flussseeschwalben auf dem Pritzerber SeeDie Erfolgsgeschichte geht weiter

Bereits 2019 brachte die Stiftung ein Brutfloß für Flussseeschwalben auf dem Pritzerber See im Landkreis Potsdam-Mittelmark aus. Die künstliche Nisthilfe wurde von den gefährdeten Vögeln so gut angenommen, dass im Frühjahr 2021 ein zweites Floß folgte und im See verankert wurde. Mit Erfolg: Im Juni 2021 zählte die Naturwacht im Naturpark Westhavelland auf beiden Brutinseln insgesamt 30 Brutpaare.

Auf einen Blick

Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Fläche: im SPA-Gebiet "Niederung der Unteren Havel", als Teil des BIMA-Nationalen Naturerbes an die Stiftung übertragen
Maßnahme: Ausbringung von Brutflößen für die Flussseeschwalbe
Ziel: Artenschutz
Zeitraum: 2018-2021

Beide Brutflöße wurden 150 Meter vom Ufer entfernt befestigt – als Schutz vor Mink und Marder – und mit naturnahen Unterschlupfmöglichkeiten für die Küken ausgestattet. Auf dem ersten Floß, das vier mal vier Meter groß ist, brüteten in der Saison 2019 zwei Paare der Flussseeschwalbe, im Juni 2020 waren es bereits 15 Brutpaare, 19 Küken und 17 Eier. Zusätzlich gab es 9 Küken und 10 Eier von Lachmöwen. Nachdem die zweite Brutinsel mit einer Größe von drei mal fünf Metern im See befestigt worden war, zählte die Naturwacht im Juni 2021 auf beiden Inseln insgesamt 30 Brutpaare. Auch der Schlupferfolg war hoch: Etwa 70 Jungvögel waren auf den Brutinseln, dazu auch wieder einige Lachmöwen.

Der Bestand der Flussseeschwalben als typischer Vogelart der Flussauen und der Küsten ist in bundesweitem Maßstab stark gefährdet. Es gibt nur noch wenige Naturbruten im Binnenland Deutschlands. Ihre angestammten Brutplätze auf den Sand-, Kies- und Schotterbänken der großen Flüsse und Ströme sind durch die umfangreichen Flussregulierungen verloren gegangen.

Künstliche Nisthilfen wie auf dem Pritzerber See helfen den seltenen Vögeln - wenn sie gut betreut sind. So ist es beispielsweise wichtig, die Brutinseln im Winter mit einem Netz abzudecken, damit im April Möwen den Brutplatz nicht schon besetzen. Erst Anfang Mai, kurz vor Beginn der Brutzeit der Flussseeschwalben, sollte man das Netz abnehmen. Alternativ kann die Brutinsel auch über Winter an Land und erst Anfang Mai am Brutstandort befestigt werden. Finanziert wurden die beiden Brutinseln, die insgesamt 15.000 Euro gekostet haben, aus Geldauflagen.

Und es geht weiter: Weitere Brutflöße kommen!

Inzwischen wurden sogar schon neue Brutflöße beauftragt: Da sie auf dem Pritzerber See so gut angenommen wurden, wird die Stiftung zwei weitere auf einer Wasserfläche im Naturschutzgebiet Rietzer See im Landkreis Potsdam-Mittelmark ausbringen lassen. Hier besitzt die Stiftung einige Flurstücke auf dem sogenannten "Streng", einem Wiedervernässungsbereich. Es bleibt spannend, ob sich der Bestand der Flussseeschwalbe auch dort so positiv entwickeln wird. 

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