RückblickDie Ausgezeichneten der vergangenen Jahre
Jahrelanger Einsatz für Fledermäuse, Störche oder die seltene Großtrappe, vorbildliche ökologische Bewirtschaftung oder landwirtschaftliche Wildtierhaltung, das Engagement für einen See oder ein Naturschutzgebiet vor der Haustüre, Kunst und Kultur - vielfältig waren die ausgezeichneten Leistungen und ebenso vielfältig die Preisträgerinnen und Preisträger.
Im jährlichen Wechsel mit den Naturschutzpreis haben wir uns mit unserem Nachwuchspreis bis 2015 ausdrücklich an Kinder und Jugendliche gerichtet: Die Preisträger zeigen, wie sie anhand von Naturschutz- und Umweltprojekten ihre Zukunft selbst gestalten. Es ging um Klimawandel, Ressourcenschutz, Konsum und Lebensstile, Verkehr und Mobilität.
Seit 2017 vergeben wir den Brandenburger Naturschutzpreis jährlich und richten uns an alle Altersstufen.
Naturschutzpreis 2023
Amt Temnitz für "Lebensader Temnitz"
Das Projekt Lebensader Temnitz zeigt, dass sich auch ganz unterschiedliche Akteure zusammenfinden können, um gemeinsam und Schritt für Schritt die Natur in die Kulturlandschaft an der Temnitz zurückzubringen: der Landkreis Ostprignitz-Ruppin, der Naturpark Stechlin Ruppiner Land sowie der angrenzende Natur- und Sternenpark Westhavelland, die evangelische Kirche, landwirtschaftliche und andere Unternehmen, der Wasser- und Bodenverband, Vereine und lokale Initiativen sowie viele ehrenamtlich engagierte Menschen vor Ort ziehen hier an einem Strang. Ihr Ziel: die nachhaltige Sicherung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft.
- So wurde durch den Anstau der Temnitzquelle das Grundwasserreservoir gesichert, so dass sich das Feuchtgebiet entwickeln kann.
- Bislang wurden 27 (!) Feldsölle, die typisch sind für die märkische Landschaft, renaturiert.
- Der Ort Vichel in der Gemeinde Temnitztal hat insektenfreundliche und Sternenpark-konforme Straßenlaternen installiert.
- An historischen Wegen wie zum Beispiel dem Gallbergweg von Katerbow nach Netzeband wurden Bäume und Hecken gepflanzt. Menschen aus beiden Ortschaften haben dies tatkräftig unterstützt.
- Mit dem Projekt „Temnitzpfade“ wird das Wanderwegenetz naturschonend ausgebaut. Gemeinsam mit dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land und angrenzenden Kommunen ist dabei auch eine gute Besucherlenkung im Blick.
Es ist eine bemerkenswerte Leistung innerhalb der kommunalen Selbstverwaltung, so viele Beteiligte an einen Tisch zu bringen, unterschiedliche Interessen und Anliegen zu berücksichtigen und in die Entwicklung der Region einzubeziehen. Die Akzeptanz von Naturschutz und Landschaftspflege ist dadurch vergleichsweise stark.
Nachwuchspreis für das "Greenteam Mühlberg/Elbe"Evangelische Kirchengemeinde Mühlberg und Umgebung
Seit 2006 setzen sich Schülerinnen und Schüler der ersten bis sechsten Klasse als „Greenkids“ - wie sie sich selber nennen - intensiv und auf hohem Niveau mit Natur- und Umweltschutzthemen auseinander. Gegründet hat sich die Gruppe aus eigenem Antrieb! Ihr Ziel: Der gemeinsame Einsatz für eine nachhaltige und gesunde Umwelt und für ihre eigene, lebenswerte Zukunft.
Seit bereits 17 Jahren motivieren Grundschüler andere Kinder und Erwachsene für den rücksichtsvollen Umgang mit Natur und Umwelt motivieren. Einige Beispiele ihrer Aktionen:
- Die „Greenkids“ pflanzten mit Unterstützung von Kirchenförster Andreas Schirmer sowie Freiwilligen 2.000 Bäume bei Saxdorf. Dort soll sich nach mehreren Bränden ein Mischwald entwickeln.
- Sie bauten Fledermauskästen für einen lokalen Solarpark
In ihrem monatlichen Treffen erarbeiten sie zahlreiche Ideen, wie jeder Mensch mit kleinen Veränderungen einen Beitrag zum Erhalt unserer biologischen Vielfalt leisten kann – sei es durch sparsamen und bewussten Umgang mit Energie, die Müllvermeidung, die Nutzung von Recyclingprodukten oder die umweltverträgliche Mobilität.
- Die Gruppe informiert mit Infoständen an Schulen und auf Marktplätzen über die Gefährdung von Bienen und anderen Insekten, sammelte Unterschriften für eine ökologische Landwirtschaft ohne Pestizide und machte auch die Politik öffentlichkeitswirksam auf das Thema aufmerksam.
- In der Werkstatt ihrer Mühlberger Grundschule bauen die Schülerinnen und Schüler jährlich Insektenhotels und Nistkästen, die sie dann an geeigneten Orten installieren.
- Die Kinder organisieren Aufräumaktionen wie das Müllsammeln an Flussufern und Wegrändern und sie scheuen sich auch nicht, Angler*innen oder Sparziergänger*innen über Infozettel aufzufordern, den eigenen Müll mit nach Hause zu nehmen.
Der Einsatz des Greenteams entwickelt insgesamt eine große Strahlkraft und Reichweite und inspiriert auch andere zu einem nachhaltigen, verantwortungsvollen Handeln.
Naturschutzpreis 2022
Wiesenweihenschutz in Südwest-Brandenburg
Der Naturschutzpreis 2022 rückte mit der Wiesenweihe eine Art in den Fokus, die Mitte der 1990er Jahre in Brandenburg verschwunden war. Ohne die vielen besonders engagierten Wiesenweihenschützerinnen und -schützer im Land wäre dieser seltene Greifvogel in Brandenburg bereits ausgestorben, denn als Bodenbrüter ist die Wiesenweihe im Besonderen auf den Nestschutz angewiesen.
Im Südwesten Brandenburgs machen sich Antje Drangusch und Helmut Brücher seit mehr als zehn Jahren um den Schutz dieser Vögel besonders verdient. Sie erhielten den Naturschutzpreis 2022 für ihr Engagement – auch exemplarisch für alle Wiesenweihenschützerinnen und -schützer in Brandenburg, die sich so leidenschaftlich dieser äußerst zeitintensiven Aufgabe verschreiben.
Größte Bedrohung: Verlust wichtiger Bruthabitate
Die größte Bedrohung für die deutschlandweit stark gefährdete Wiesenweihe ist der Verlust wichtiger Bruthabitate wie Moore und Heideflächen. Die eleganten Vögel nisten inzwischen notgedrungen fast ausschließlich in Getreidefeldern, die in der Regel noch vor dem Ausfliegen der Jungtiere abgeerntet werden. Es gilt also, die Nester der Vögel zuvor aufzuspüren und zu schützen.
Sobald die Wiesenweihe ab Ende April aus ihrem Winterquartier in der Sahelzone zurückkehrt, beginnt daher für die Weihenschützerinnen und -schützer wie Antje Drangusch und Helmut Brücher die Arbeit. Ausgerüstet mit Fernglas und Spektiv fahren sie ein etwa 60 mal 15 Kilometer großes Gebiet zwischen Jüterbog (Teltow-Fläming) und Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) ab. Allein im vergangenen Jahr legten die beiden so 17.000 Kilometer auf der Suche nach Gelegen zurück. Dabei halten sie vor allem nach Wiesenweihenpaaren Ausschau, denn die beeindruckenden Balzflüge finden über dem Nistplatz statt. Die Zeit ist dabei knapp, denn während der Brutzeit sind die Vögel sehr heimlich.
Gute Zusammenarbeit mit Landwirt*innen
Insbesondere die gute Zusammenarbeit mit den Landwirt*innen ist entscheidend: Um die Brut während der Erntezeit nicht zu gefährden, wird in Absprache rund um die entdeckten Nester eine Fläche von 50 x 50 Metern markiert und bei der Ernte ausgespart. Ein zusätzlich aufgestellter Zaun schützt das Gelege und die Jungvögel zum Beispiel vor Füchsen, Hauskatzen oder Wildschweinen. Als Ausgleich zahlt das Land Brandenburg den Landwirten eine Restflächenprämie.
Weiterführende Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten sind unter www.wiesenweihen-brandenburg.de zu finden.
AG "Die Naturdetektive" im Hort der Möglichkeiten
Seit 2017 bietet der Hort der Möglichkeiten des Schulzentrums Vetschau für interessierte Hortkinder der Klassenstufen 1 bis 4 die Arbeitsgemeinschaft „Die Naturdetektive“ an. Wöchentlich widmen sich die Kinder mit Bastel- oder Bauprojekten, Experimenten, Spielen und Rätseln verschiedenen Jahresthemen und erarbeiten dabei selbständig das notwendige Wissen. „Wir achten besonders darauf, dass die Theorie auch gleich praktisch umgesetzt wird und die Kinder eigene Ideen verwirklichen können“, so AG-Leiter Peter Hofstaedt, „denn wer selbst mitmacht, entwickelt eine intensive Wertschätzung für Natur und Umwelt und lernt, die komplexen Zusammenhänge zu verstehen.“
Im Schuljahr 2021/2022 widmete sich die AG dem Thema „Wohnungsbau mal anders“. Die Kinder beschäftigten sich mit heimischen Tieren, ihren Lebensräumen und –bedingungen und wurden dann zu Handwerker*innen: Sie planten und bauten das Insektenhotel „Karlchen“, stellten Igelburgen und Futterstationen für Vögel her und zimmerten mit Unterstützung des NABU-Regionalverbandes Calau Nistkästen, die sie auf dem städtischen Friedhof aufhängten. Darüber hinaus pflegten und reinigten die Kinder die vorhandenen Nistkästen. Auch Fledermäuse wurden beim Bau neuer Behausungen bedacht: Die Naturdetektive gingen rund um das Schloss Vetschau auf spannende Fledermaussuche und erforschten deren Lebensweise, um anschließend Quartiere für die Nachtschwärmer zu planen und geeignete Stellen auszukundschaften.
Blumeninseln für die Zukunft
„Aber auch die Pflanzenwelt lassen wir nicht außer Acht“, erklärt AG-Leiterin Tina Schmidt, „Auf diese Weise verstehen die Kinder, dass Fauna und Flora zusammen gehören.“ Um eine bessere Nahrungsgrundlage für Insekten zu schaffen, starteten die Kinder zum Beispiel die Aktion „Blumeninseln für die Zukunft“. Sie stellten „Samenbomben“ her und verteilten diese auf dem Schulgelände. Damit schufen sie spielerisch neue Lebensräume. Darüber hinaus wurde die Idee in der Region verbreitet: An öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten oder das Jugendamt schickte die AG ein Rezept für Samenkugeln und den Aufruf, Brachflächen oder Grundstücke zu verschönern. Danach wuchsen in der Region tatsächlich zahlreiche Wildblumeninseln.
Ihre Erlebnisse, Beobachtungen und Fragen teilen die Kinder regelmäßig mit ihren Erziehern. „Davon profitieren beide Seiten enorm, denn dieser wertvolle Perspektivwechsel macht sichtbar, welche Aspekte für die jungen Menschen und welche für die Erwachsenen wichtig sind“, findet die Hortleiterin Anke Gräfe. Die Kinder tragen ihre Begeisterung aber auch nach außen und inspirieren so nicht nur die folgenden Generationen von Naturdetektiven, sondern auch ihre Familien, Freunde und Bekannte zu einem nachhaltigen Handeln.
Naturschutzpreis 2021
Knut Kucznik, Schäfer
Bereits seit 1997 bewirtschaftet Knut Kucznik mit seinen Schafen artenreiche Trockenrasen und Niedermoore im Raum Altlandsberg. Knut Kucznik denkt Bewirtschaftung und Naturschutz zusammen. Sein besonderer Verdienst besteht darin, dass er Beweidungskonzepte ausdrücklich zum Schutz von Lebensräumen und Arten entwickelt. Die von ihm bewirtschafteten Flächen zählen heute zu den wertvollsten in Brandenburg.
Bewirtschaftung schützt seltene Arten und Lebensräume
Um darüber hinaus auch besonders feuchte und nasse Moorflächen pflegen zu können, setzt er neben Schafen auch Wasserbüffel für die Biotoppflege von feuchten Moorwiesen ein. 2012 zunächst mit vier Tieren im Projekt LIFE Kalkmoore gestartet, grasen inzwischen mehr als 50 der exotischen Wiederkäuer auf den wertvollen Moorflächen rund um Altlandsberg. So sorgen die Wasserbüffel im Naturschutzgebiet "Langes Elsenfließ und Wegendorfer Mühlenfließ" für mehr Blütenvielfalt: Sie lichten die geschlossenen Bestände von Schilf und Großseggen auf und geben den typischen Blühpflanzen der Moorwiesen wie dem Großen Wiesenknopf, der Prachtnelke oder dem Sumpfstorchschnabel Licht und Raum. Mit seiner Arbeit liefert Knut Kucznik außerdem wichtige Impulse für eine nachhaltige Tierzucht und Tierhaltung. Die Wasserbüffel werden in der Region geschlachtet, regional vermarktet oder zum Aufbau weiterer Wasserbüffelherden für die Landschaftspflege in Brandenburg und deutschlandweit verkauft.
Zudem ist er ein Brückenbauer zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Mit seinem Einsatz für den Herdenschutz beweist er seit vielen Jahren, dass ein gutes Nebeneinander von Tierhaltung und Wolf möglich ist.
Naturschutzpreis 2020
Die Fachgruppe Ornithologie des NABU Kreisverbands Prignitz
Seit 50 Jahren engagieren sich die ehrenamtlichen Vogelschützer kontinuierlich für den Schutz der Weißstörche. Die Prignitz trägt hierfür eine besondere Verantwortung, weil die Brandenburger Elbaue zu den storchenreichsten Regionen Deutschlands zählt. Beeindruckend ist besonders die Bandbreite ihrer Aktivitäten:
- Seit 1970 beringen sie jedes Jahr etwa 200 Küken und kontrollieren fast 400 Alttiere. Ihr Monitoringsystem ist Fundament für internationale Standards. Ihr Datenpool gilt weltweit als einzigartig.
- Sie beteiligen sich aktiv an der aktuellen Forschung. Mit ihren Daten werden Zusammenhänge zwischen Arterhalt, Klimawandel und Landnutzungsveränderungen wissenschaftlich untersucht.
- Sie vernetzen sich regional, national und international durch Fachtagungen und Fachveröffentlichungen für den Weißstorchschutz.
- Sie stehen im engen Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern, landwirtschaftlichen Betrieben, Energieunternehmen und Vereinen, zum Beispiel mit dem Storchenclub Rühstädt. So schaffen sie Nistmöglichkeiten und erhalten Nahrungshabitate.
Langen Aufzeichnungsreihen wie dieser der Fachgruppe Ornithologie ist es zu verdanken, die Brisanz von Veränderungen im Vogelbestand rechtzeitig einschätzen zu können. So wird der aktuelle, seit 2014 zu beobachtende rückläufige Trend in der Weißstorchpopulation als alarmierend eingeschätzt.
"Grüner Bildungscampus" des IB Berlin-Brandenburg
Aus der Idee für einen Grünen Bildungscampus auf dem Gelände des Internationalen Bundes sind seit 2017 vielfältige Projekte entstanden:
- Die 4. Klasse der Goethe-Grundschule Neuenhagen verbringt im Schulgarten den "schönsten Tag der Schulwoche" und lernt das Pflanzen und Pflegen hautnah kennen.
- Jugendliche der neu gegründeten NABU-Umweltjugendgruppe und Auszubildende des Gartenbaus erforschen in der hier entstandenen Naturstation samt Naturlehrpfad, Bibliothek und eigener Bienen-Schaubeute die spannende Tier- und Pflanzenwelt.
- Auf der jährlichen Grünen Messe werden Hobby-Gärtnerinnen und -gärtner über Insekten- und Artenvielfalt im heimischen Garten informiert und die Bewohnerinnen
- und Bewohner des nahe gelegenen Seniorenheimes sollen demnächst regelmäßig den rollstuhlgerechten Duft- und Tastgarten genießen können.
Modellhaft ist der inklusive Ansatz des Projektes: Die Auszubildenden des Gartenbaus - zu einem großen Teil junge Menschen mit Defiziten beim Lernen im sozialen Bereich - übernehmen hier wichtige Aufgaben: die Anlage und Pflege einer Insekten- und Streuobstwiese mit alten Apfelsorten, die Anleitung von Schülerinnen und Schülern im Schulgartenprojekt oder die Beratung während der Grünen Messe. Sie haben so die Möglichkeit, ihr umfangreiches Wissen und ihre Fähigkeiten bereits während der Ausbildung weiterzugeben, Verantwortung zu übernehmen und Selbstvertrauen zu gewinnen.
Naturschutzpreis 2019
Waldhofschule Templin
Im Rahmen des Schulwald-Projektes der Waldhofschule Templin erleben Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung oder Förderbedarf aus verschiedenen Bildungseinrichtungen die Vielfalt der Natur und erkennen dabei die Vernetzung aller Lebensvorgänge. Die Kinder und Jugendlichen beschäftigen sich mit der ökologischen Nutzung und Umgestaltung des Waldes - in all ihren Facetten.
Die Waldhofschule Templin ist eine integrative Schule in Trägerschaft der Stephanus gGmbH, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Stephanus-Stiftung. Seit Januar 2007 werden 700 Hektar des Templiner Stadtwaldes an diese Stiftung verpachtet und so der Schulwald ermöglicht.
Gemeinsam mit Schulförster Joachim Lange verjüngen sie den Wald und bauen ihn zum ursprünglichen Mischwald um. Hierbei wird ihnen umfangreiches Wissen zur Ökologie des Waldes und zu seiner Bedeutung für den Klimawandel, aber auch ganz speziell für das eigene Leben vermittelt. Sie begleiten und erlernen dabei auch vielfältige praktische Schritte:
- das Markieren schlagreifer oder befallener Bäume
- das Vermessen von Rückegassen für Rückepferd Fritz (sein Stall befindet sich direkt neben der Waldhofschule)
- die Verhandlung mit Holzkäufern
- die eigene Bearbeitung des Holzes
- und die Pflanzung neuer Bäume.
Bislang wurden 750.000 Laub- und Nadelbäume gepflanzt und 50 Prozent der Fläche in einen Mischwald umgewandelt.
Darüber hinaus erhalten und pflegen die Kinder und Jugendlichen seltene Lebensräume wie Moore, Streuobstwiesen, Bruchwälder und alte Buchenwälder und lernen dabei zahlreiche Arten kennen. In einem etwa 230-jährigen Buchenaltholz brütet beispielsweise seit über 15 Jahren ein Seeadlerpaar. Aus Gründen des Natur- und Artenschutzes wird hier auf eine Holznutzung verzichtet. In Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Horstbetreuern und der Naturschutzstation Woblitz konnten bereits mehrfach Schülerinnen und Schüler an einer Beringung der Jungvögel teilnehmen.
Auch Jagd und Wildverarbeitung sowie –vermarktung sind Teil des Projektes. Die Kinder und Jugendlichen lernen den Zusammenhang zwischen Jagd und Waldschutz kennen. Sie erfahren, wie Wild aufgebrochen und abgezogen wird und können im Rahmen einer Kooperation mit einer regionalen Fleischerei auch Praktika absolvieren, um zum Beispiel Bratwürste und Wildfleisch zu produzieren. Und schließlich bieten Schülerinnen und Schüler der Waldhofschule das Wildfleisch aus dem Schulwald auch in einem Hofladen zum Verkauf an.
Dieses extrem vielschichtige und dabei sehr stimmige Konzept des Schulwald-Projektes überzeugt. Hier gelingt es in vorbildhafter Weise, Wissensvermittlung und unmittelbare Erfahrung sowie die Lebenswelt der Lernenden einzubeziehen und so einen nachhaltigen Bildungserfolg zu erzielen. Mit der Preisvergabe wird ausdrücklich der integrativen Ansatz, die regionale Verankerung und das extrem hohe Engagement aller Beteiligten gewürdigt. Ein Projekt mit Modellcharakter!
Rocco Buchta
Herzlichen Glückwunsch auch an Rocco Buchta: Er trägt als Leiter des Flussrenaturierungsprojekts "Untere Havelniederung zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf" mit herausragendem Engagement maßgeblich dazu bei, dass die Untere Havel wieder naturnäher und vielfältiger wird. Das Gewässerrandstreifenprojekt des NABU e.V. - mit finanzieller Unterstützung des Bundes und der Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt - ist das größte Flussrenaturierungsprojekt Mitteleuropas.
Bereits für die Planungsphase ließ sich Rocco Buchta 2005 als damaliger Leiter des Naturparks Westhavelland freistellen, um alle Beteiligten von der Projektidee zu überzeugen. Es folgten umfangreiche Planungen und Abstimmungen mit Flächeneigentümern, Nutzern und weiteren Akteuren auf einer Gesamtlänge von 90 Flusskilometern und einer Projektfläche von 18.700 Hektar. "Bei einer so großen Projektfläche sind natürlich auch zahlreiche Akteure im Spiel, deren Belange Gehör finden mussten", so Rocco Buchta. "Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, gemeinsam Wege zu finden, um diesen kostbaren Lebensraum zu erhalten."
Im Rahmen des Projektes werden unter anderem:
- 500 Hektar Überflutungsfläche für den Hochwasserschutz zurückgewonnen,
- rund 90 Hektar Auenwald begründet,
- knapp 30 Kilometer Steinschüttungen abgebaut sowie
- 49 Flutrinnen und 15 künstlich abgeschnittene Altarme wieder angeschlossen.
Zudem werden Konzepte für eine bessere Grünlandnutzung ausgearbeitet, das Wassermanagement verbessert und die Gewässerunterhaltung in Abstimmung mit den zuständigen Behörden eingeschränkt. So gewinnt die Havel ein erhebliches Stück ihrer ursprünglichen Vielfalt zurück und mehr als 1.100 bedrohte Arten finden bessere Lebensbedingungen. Im Mittelpunkt steht dabei stets auch der Mensch, denn das Projekt liefert wichtige Impulse für die nachhaltige Entwicklung der Region.
Dieses außergewöhnlich umfangreiche und vielschichtige Projekt hat aus Sicht der Jury großes Potenzial, andere Projektträger bei der Umsetzung der Ziele des Naturschutzes, insbesondere des Schutzgebietssystems Natura 2000, zu inspirieren und ihnen Mut zu machen, solche Großprojekte anzustoßen.
Naturschutzpreis 2018
Blühstreifen Beelitz e.V.
Der Blühstreifen Beelitz e.V. hat vor etwa zwei Jahren begonnen, sich in der intensiv landwirtschaftlich genutzten Spargel-Region Beelitz im Naturpark Nuthe-Nieplitz gegen das Insektensterben zu engagieren.
Mit seinem Projekt nimmt er eine Vorreiterrolle bei der Verbesserung der Umweltbedingungen zur Rettung der Artenvielfalt ein. Insbesondere durch die Förderung von Blühstreifen wird neuer Lebensraum für zahlreiche Insekten geschaffen.
Akzeptanz und Verständnis für den Insektenschutz
Der Verein spricht mit umfangreicher Netzwerkarbeit, vielfältiger Öffentlichkeitsarbeit und überdurchschnittlich hohem Engagement sowohl Landwirte und Gartenbaubetriebe als auch Kommunen und Privatpersonen an, berät sie, motiviert sie zur Beteiligung und begleitet sie bei der Umsetzung. So gelingt es dem Verein, langfristig große Akzeptanz und Verständnis für den Schutz der Insekten zu schaffen: 2017 wurden etwa 13 Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Blühflächen umgewandelt, 2018 waren Ende April bereits 30 Hektar eingesät. Zudem vereinbarte der Verein eine Zusammenarbeit mit neun größeren Spargelbetrieben.
Buntes Blütenmeer im heimischen Garten
Durch die Vergabe von Garten-Plaketten "Wir tun etwas für Bienen & Schmetterlinge" werden zudem Privatleute animiert, mitzumachen: Bereits 50 wurden bislang verteilt. Diese und noch zahlreiche weitere Beispiele überzeugten die Jury vom herausragenden Einsatz des Vereins. Aus Sicht der Jury ist es eine große Leistung, eine so breite Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren und eine aktive Beteiligung zu erzielen.
Erfolgreich mit überregionalen Partnern
Mittlerweile hat der Verein auch überregional Mitstreiter gewonnen: Aldi-Süd, Hipp und Wildkorn bezahlen Saatgut, um Flächen zum Blühen zu bringen, die Beelitzer Spargelbauern für das Projekt zur Verfügung stellen. Das Greenpeace-Magazin ist ein weiterer namhafter Kooperationspartner, der die Breitenwirkung des Projekts unterstreicht. Abonnenten des Magazins können Blühpate werden und mit ihrem Abo 20 Quadratmeter Ackerland in ein Blumenfeld verwandeln lassen.
Darüber hinaus ist der Verein inzwischen auch in Berlin als Berater aktiv, wo derzeit eine Strategie zum Schutz und zur Förderung von Bienen und anderen Bestäubern entwickelt wird. Zudem setzt der Blühstreifen Beelitz e.V. gemeinsam mit der Degewo, einem Berliner Wohnungsbauunternehmen, das Pilotprojekt "Blühwiesen in Berlin" um.
Fotos: K. Pahl, M. Thiele (Preisverleihung)
Märkischer Garten Bad Saarow
Der Märkische Garten der Grund- und Oberschule "Maxim Gorki" Bad Saarow wurde bereits 2008 von den Kindern anlässlich des 40. Jahrestages ihrer Schule angelegt, um den Sachkundeunterricht zu verbessern. Inzwischen hat sich daraus ein komplexes Bildungsprojekt entwickelt.
Im Garten und seinem Umfeld sind zahlreiche typische Elemente der märkischen Heimat zu finden: Wälder, Wiesen, sumpfiger Lärchengrund, Felder und Sandwege mit artenreichen Rainen. Hier entstanden im Rahmen des Projekts bereits Biotope wie Trockenrasen, Feldgehölze, Birkenvorwald, Kiefern- und Mischwald oder werden angelegt und unterhalten. So schafft und sichert das Projekt auch Lebensräume für geschützte Arten, schließlich war die Hälfte der Fläche früher Intensivacker.
Harz und Pech, Holz und Heu
Darüber hinaus sind hier für die Kinder auch traditionelle Arbeitsweisen und Techniken der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus erlebbar. Sie werden beispielsweise beim Pflanzen und Harzen, bei der Pechherstellung, beim Obst- und Kartoffelanbau, aber auch bei Holzgewinnung und Heuernte aktiv. Der Märkische Garten wird auch von Schulklassen oder anderen Gruppen für Exkursionen und außerschulische Veranstaltungen genutzt.
Ein ausgezeichnetes Projekt
Im Rahmen des europäischen Commenius-Projekts konnten sogar Lehrer aus Frankreich, Ungarn, Litauen und der Türkei von den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit dem fächerübergreifenden Unterricht lernen.
Das Projekt erhielt bereits mehrere Auszeichnungen, darunter den Ludwig-Leichhardt-Preis sowie Ehrungen im Landeswettbewerb "Wir machen’s grüner" und im Wettbewerb "Fair bringt mehr".
Aufgrund der im Garten vorkommenden außergewöhnlichen Vielfalt und des fächerübergreifenden Ansatzes zeichnen wir das Projekt mit dem Brandenburger Naturschutzpreis 2018 aus.
Fotos: H. Betke (Märkischer Garten), C. Trübe
Naturschutzpreis 2017
Das Bertha-von-Suttner-Gymnasium, Potsdam
Bereits 2011 hat das Bertha-von-Suttner Gymnasium ein langfristiges Schulprojekt ins Leben gerufen: "Der Aradosee – ein spannendes Ökosystem in Potsdam-Babelsberg". Seitdem erforschen Schüler der 7. bis 12. Klasse in Arbeitsgemeinschaften und Seminarkursen den See inmitten der Landeshauptstadt und entwickeln Ideen, um den ökologischen Zustand des Aradosees und seiner Umgebung zu verbessern. Anlässlich der Preisverleihung haben die Schüler einen Galerierundgang vorbereitet und auf sechs Stationen die Methoden und die Ergebnisse ihrer Arbeit vorgestellt.
Dieses Projekt imponierte uns dadurch, dass es konzeptionell hervorragend durchdacht und strukturiert ist sowie einen starken praktischen Bezug zum Unterricht besitzt. Umweltbildung und Umwelterziehung werden zeitgemäß interpretiert: Forschung und Lebensraumerforschung und –beschreibung werden mit praktischen Aspekten des Biotopschutzes verbunden. Vorbildhaft ist der übergreifende Ansatz, der sich auch in einer langen Liste unterschiedlicher Facharbeitsthemen spiegelt und in den Kooperationen mit Instituten und Institutionen, wie der Technischen Hochschule Wildau, dem Geoforschungszentrum Potsdam, der Universität Potsdam oder dem NABU.
Der Aradosee liegt relativ zentral, leicht versteckt zwischen dem Gebäude der Märkischen Allgemeinen Zeitung, der Nuthe-Schnellstraße und dem Gelände der ältesten Wohnungsbaugenossenschaft Potsdams, der Kolonie Daheim. Der kleine See sieht idyllisch aus, kippt aber regelmäßig in den Sommermonaten um. Zahlreiche Fische, die in dem trüben Wasser zu wenig Sauerstoff bekommen, schwimmen dann tot an der Wasseroberfläche oder liegen verendend am Ufer.
Der Fledermaus-Schützer Maik Korreng
Seit vielen Jahren engagiert sich Maik Korreng aus Massen ehrenamtlich für den Fledermausschutz im Landkreis Elbe-Elster. Seine Arbeit ist nicht nur von der so wichtigen Datenerhebung und Naturschutzforschung geprägt, sondern vielfach von praktischer und konzeptioneller Natur. Sein langjähriges ehrenamtliches Engagement ist durch Intensität und hohe Qualität vorbildhaft und richtungsweisend für aktiven ehrenamtlichen Naturschutz im Land Brandenburg. Damit kommen sein Engagement, sein Wissen und seine Erfahrungen auch anderen zu Gute.
Zudem leistet Mike Korreng hervorragende Arbeit bei der so wichtigen Öffentlichkeitsarbeit für diese besondere Tierart. Sein Wissen und seine Erfahrungen kommen damit auch in anderen Regionen der Verbesserung der Lebensgrundlagen der Fledermäuse zu Gute. Während seiner spannenden Erlebnisangebote können die Besucher zudem den verborgenen Nachtjägern ganz nahe kommen. Sie verringern Unkenntnis und Berührungsängste mit den außergewöhnlichen Säugetieren.
Preisträger bis 2015
Nachwuchs-Naturschutzpreis 2015
Für ihr außergewöhnliches Engagement wurden Marthe Stein aus Temmen-Ringenwalde geehrt. Die sechzehnjährige Marthe Stein engagiert sich vorbildlich für die Wiederansiedlung des Edelkrebses in der Uckermark.
Eigenständig und mit viel Elan plante und setzte sie Maßnahmen um, um den Lebensraum des Edelkrebses zu erhalten. Sie begab sich auf Bootstouren zur Gewässerkartierung und organisierte Fangaktionen mit Reusen, um die Bestandsdichte des heimischen Krebses zu dokumentieren. Der heimische Edelkrebs (Astacus astacus) ist vor allem durch die Krebspest bedroht. Die Krankheit wird von resistenten, nicht heimischen Krebsarten übertragen.
Die Klasse 5b der Grundschule Zeesen (Landkreis Dahme-Spreewald) erhält den diesjährigen Nachwuchspreis für die Erforschung der Vielfalt im und am Zeesener See. Die Nachwuchs-Naturschützer bekamen bei ihren Forschertouren Ringelnatter, Bisam und Wasserkäfer vor die Linse. Dabei mussten die Kinder leider auch entdecken, dass von Badegästen viel Müll am Seeufer zurückgelassen wird. Auf dieses Problem wollten sie die badenden Gäste nicht nur hinweisen, sondern konnten auch gemeinsam Lösungen zum Schutz des Sees und seiner Ufer finden.
Brandenburger Naturschutzpreis 2014
Den ökologischen Gedanken bei der Waldbewirtschaftung in den Mittelpunkt zu stellen, war für den passionierten Jäger und Naturschützer Walter Trambow der Beginn eines umfassenden privaten Engagements in seiner Heimatregion. Der Idee eines eigenen Forstbetriebes ließ er 2001 den Kauf eines 60 Hektar großen, ehemaligen Tanklagers der russischen Armee folgen, das er sanierte.
Walter Trambow erweiterte seine Naturschutzflächen in den folgenden Jahren bis auf heute 150 Hektar und begann, Hecken anzulegen, aufzuforsten und die Naturverjüngung zu fördern. Mittlerweile sind Wanderfalke, Fischadler und Kranich als Brutvögel heimisch geworden. Andere Naturschutzmaßnahmen wie die Anhebung des Grundwasserstandes reaktivierten das amphibische Leben. Die Unterpflanzung des Altholzbestandes oder Schutzmaßnahmen für Bodenbrüter sind weitere Beispiele für Walter Trambows Naturschutzeinsatz.
Seit fast 30 Jahren ist das Ehepaar Rotraut und Helmut Gille gemeinsam im Naturschutz aktiv. Ihre Ideen teilen sie mit vielen anderen, Konfliktpartner werden Kooperationspartner, aus Ideen werden Projekte mit eindrucksvollen Ergebnissen.
Die Bandbreite ihrer Tätigkeiten ist enorm. Sie reicht vom Schulgarten, über Solardächer und die Schaffung von selbstgebauten Nisthilfen für die Trauerseeschwalbe im Unteren Odertal bis zur Entwicklung und Pflege bedeutsamer FFH-Gebiete. Wo vor Jahrzehnten noch ein Motocrossgelände war, dort blühen im heutigen Naturschutzgebiet Müllerberge Sibirische Glockenblume und Helm-Knabenkraut.
Das war nur durch die Koordination unzähliger Arbeitseinsätze - vom Aussäen bis zum Zaunbau - möglich. Rotraut Gille versteht es hervorragend, mit ihrer positiven Grundeinstellung für den Naturschutz zu begeistern. Direkt nach der Wende hat sie zum Beispiel die Wohnungsbaugenossenschaften vom Bau von Vogelnisthilfen und Fledermausquartieren überzeugt, lange bevor dieses eine behördliche "Vollzugsaufgabe" wurde.
Seit 15 Jahren engagiert sich der NABU Regionalverband Strausberg-Märkische Schweiz e.V. auf dem ehemaligen Gutshof Julianenhof für den Erhalt der historischen Feldsteinbauweise eines ehemaligen Eiskellers und Stallgebäudes - aber vor allem für die Sicherung der dortigen Fledermausquartiere.
Unmittelbar damit verbunden ist der Aufbau des Internationalen Fledermausmuseums Julianenhof. Das Ziel des Museums ist es, das Interesse an der mitunter geheimen Welt der nächtlichen Jäger zu fördern. Kenntnisse über die ganz eigenen Lebensraumansprüche, ihre Bedeutung und Funktion im Naturhaushalt zu vermitteln, sehen die diesjährigen Naturschutzpreisträger als einen Beitrag zur Umweltbildung und zum Schutz dieser weltweit stark gefährdeten Säugetiergruppe.
Noch sind die Fledermäuse im Bewusstsein der Allgemeinheit weitgehend unbekannt. Hier leistet das Fledermausmuseum neben seinen Ausstellungen mit zahlreichen Angeboten wie Fledermauskino, Fledermaus-Kreativ-Wettbewerb, Bat-Detektor-Abende oder den Aktionen zur Europäischen Fledermausnacht einen ganz eigenen Beitrag. Neben Naturschutz und Bildungsarbeit ist das Fledermausmuseum Julianenhof zudem ein touristischer Anziehungspunkt. Aber vor allem ist es eines: Heimstätte für zwölf verschiedene Fledermausarten.
Nachwuchs-Naturschutzpreis 2013
Der Kinder- und Jugend-Naturschutzpreis 2013 unserer Stiftung ging an die Klasse 6c der Grundschule "Rosa Luxemburg" aus Luckau. Die Grundschüler hatten sich unter der Überschrift "Bergbaufolgelandschaft - Die Kohle ist alle! Was wird mit dem Loch?" mit der biologischen Vielfalt ihrer Region beschäftigt.
Die damalige Umweltministerin und Stiftungsratsvorsitzende Anita Tack: "Ich freue mich, den Kinder- und Jugend-Naturschutzpreis 2013 an die Klasse 6c zu überreichen. Die Schülerinnen und Schüler haben sich nicht nur aus ökologischer Sicht mit dem Lebensraum Bergbaufolgelandschaft beschäftigt, sondern auch die ökonomischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen des Bergbaus betrachtet. Das ist echte Bildung für nachhaltige Entwicklung". Die Grundschüler hätten zudem einen selbständigen und aktiven Part in der Planung, Durchführung und Umsetzung des Projektes übernommen, lobte Brandenburgs damalige Umweltministerin das vorbildhafte Engagement.
Für den Wettbewerb widmeten sich die Sechstklässler eingehend dem Lebensraum der Braunkohlelandschaften. Am Stoßdorfer See südöstlich von Luckau haben sie Wasser, Boden sowie Pflanzen und Tiere erforscht. In Gesprächen mit Anwohnern haben sie sich mit der Vergangenheit der Braunkohle-Region befasst und zudem einen Blick auf die zukünftigen Auswirkungen der Energienutzung geworfen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen präsentierten die Luckauer Grundschüler unter anderem auf einem Tag der offenen Tür an ihrer Schule: Sie bauten dafür ihre wissenschaftlichen Versuche und ein Modell der Region auf.
Brandenburger Naturschutzpreis 2012
Auf ein beinahe 40 Jahre andauerndes Wirken als ehrenamtliche Naturschutzhelferin blickt Beate Bölsche aus Brandenburg/ Havel zurück. Ihr Engagement erstreckt und sich auf ihre Heimatstadt sowie die Landkreise Potsdam-Mittelmark und Havelland. Neben der Beteiligung an regelmäßigen Arbeitseinsätzen ist sie ein langjähriges Mitglied im Naturschutzbeirat der Stadt Brandenburg an der Havel.
Für den Naturschutz gewinnt man die Menschen nicht nur über den Kopf. Es braucht manchmal mehr, um Menschen zu überzeugen. Diese Ausstrahlung und Überzeugungskraft besitzt Beate Bölsche in besonderem Maße. Über ihre Arbeit als Wanderleiterin und Autorin erreichte und erreicht sie viele Menschen, die von sich aus nicht in einem Naturschutzverein ehrenamtlich tätig würden oder deren Bezug zur Natur nicht gefestigt ist.
Literaturinteressierten ist sie zudem seit langem als Mitglied der Havelländer Autorengruppe bekannt. In ihrer Arbeit als Schriftstellerin finden sich auch viele lyrische Werke mit Bezug zur Natur. Weniger bekannt sind ihre fotografischen Arbeiten. Ihr Lebenswerk zeigt, dass es oft des vielfältigen Engagements in verschiedene Richtungen bedarf, um Überzeugungen zu vermitteln.
Der Name des ehemaligen Biologielehrers Bernd Ludwig ist seit mehr als fünfzig Jahren untrennbar mit dem Thema Natur- und Artenschutz insbesondere in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming verbunden.
Als ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet der Ornithologie hat sich er sich besonders dem Vogelschutz gewidmet und als Leiter der Landesarbeitsgruppe "Weißstorchschutz" im NABU Brandenburg überregional höchste Anerkennung verdient.
Stets lösungsorientiert unterstützt der Rangsdorfer in seiner jahrelangen Tätigkeit als Naturschutzhelfer im Landkreis Teltow-Fläming und als Mitglied des Naturschutzbeirates des Landkreises Dahme-Spreewald aktiv die Arbeit der Naturschutzbehörden. Seine ornithologischen Erfassungen mit Darstellung in Texten und Karten dienen konkreten Maßnahmen sowohl zum Arten- und Gebietsschutz, als auch dem Wasser- und Brutvogelschutz. Bernd Ludwig ist zudem Koordinator der Arbeitsgruppe "Kranichschutz Brandenburg" für Zossen und Königs Wusterhausen.
In Brodowin hat sich im Jahr 1991 eine Gruppe von Menschen und Naturschützern zusammengefunden, denen die Bewahrung des Dorflebens und der sie unmittelbar umgebenden Landschaft wichtig war. Als Wächter für die Natur, soziale Triebfeder und dörfliches Stimmungsbarometer sind sie seitdem in ihrem Dorf fest verwurzelt. Der Verein Ökodorf Brodowin e.V. hat viele kleine und große Naturschutzprojekte angestoßen und zu Ende gebracht: die Pflege von Trockenrasen, den Erhalt von Kopfweiden, die Errichtung von Brut- und Nisthilfen oder die Erfassung von Tier- und Pflanzenarten.
Der Verein unterstützt Studierende und begleitet sie bei Projekten. Ein Beispiel ist die Bestandsaufnahme der Bauerngärten in Brodowin und der gärtnerischen Vorlieben ihrer Inhaber. Für den Brodowiner Landwirtschafsbetrieb war von besonderer Bedeutung, dass der Verein zwischen 2001 und 2006 ein Forschungsprojekt realisiert hat, das die Verträglichkeit von ökologischem Landbau und Naturschutz untersuchte. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind nicht nur in ein Buch eingeflossen, sondern stellen auch eine wertvolle Handlungsanleitung für die Bewirtschaftung der Äcker und Wiesen in Brodowin dar.
Nachwuchs-Naturschutzpreis 2011
Am 12. Dezember hat unsere damalige Stiftungsratsvorsitzende, Brandenburgs ehemalige Umweltministerin Anita Tack, im Potsdamer Extavium die Heidekindergruppe des Schönower Heidevereins aus dem Landkreis Barnim mit unserem Nachwuchs-Naturschutzpreis geehrt. "Das Engagement der Heidekinder für den Naturschutz in ihrer Region ist vorbildlich und beispielgebend für andere", lobte Tack. "Es ist beeindruckend, wie intensiv sich die Kinder mit den von ihnen erkannten Problemen in diesem Bereich befassen, selbstständig nach Lösungen suchen und diese umsetzen".
Die Heidekindergruppe des Schönower Heidevereins engagiert sich in vorbildhafter Weise für den Natur- und Landschaftsschutz in der Schönower Heide. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury war, dass sich die Kinder selbstständig, umfassend mit dem Naturschutzthema auseinandersetzten und nach Lösungen suchten. Besonders beachtenswert war der Fakt, dass die Heidekinder auch die unterschiedlichen Interessen erkannten, die zwischen Naturschutzmaßnahmen und anderen Nutzungswünschen in ihrem Gebiet bestehen und aktiv vermittelten bzw. Überzeugungsarbeit im Sinne ihres Anliegens leisteten.
Neben praktischen Maßnahmen wie regelmäßigen Entbuschungen der Heide oder dem Bau von Verstecken und Sonnenplätzen für die in Brandenburg vom Aussterben bedrohte Schlingnatter werben die jungen Naturschützer auch aktiv für ihre Anliegen. So haben die Preisträger unter anderem unter den Besuchern der Schönower Heide eine Umfrage durchgeführt, um die Bereitschaft der Erwachsenen für Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen in der Region zu beleuchten. Die Ergebnisse wurden in einer Einwohnerversammlung Schönows erörtert.
Eine Anerkennung und eine Urkunde erhielt zudem die Umweltgruppe der Grundschule "Bruno H. Bürgel" aus Potsdam-Babelsberg für ihre langjährige, fächerübergreifende und vielfältige Umweltbildungsarbeit an der Schule.
Brandenburger Naturschutzpreis 2010
Dr. Knut Arendt aus Gerswalde ist der erste zweier gleichberechtigter Preisträger im Jahr 2010. Er ist vielleicht nicht der Naturschützer, der immer in der ersten Reihe auftritt. Das passt auch gar nicht zu ihm. Ihn zeichnen vielmehr seine freundliche Hartnäckigkeit aus, seine Liebe zur heimischen Natur wie auch zu den Menschen, seine vermittelnde und versöhnende Art und all die Erfolge, die er in akribischer Arbeit für die Uckermark errungen hat.
Beispiele? Seine aktive Beteiligung an der Entwicklung des Naturparkes Feldberg-Lychener Seenlandschaft oder seine Vorstandsmitgliedschaft beim Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seen. Ebenso hoch angerechnet wird seine herausragende Pionierstellung für die Naturwacht, für die er als Vorsitzender des NABU-Regionalverbandes Templin sowie als Leiter des Sachgebietes Biotop- und Artenschutz in der damaligen PEP-Gruppe die Schulung der FFH-Kartierer in den Naturparken Uckermärkische Seen und Stechlin-Ruppiner Land organisierte.
Als zweiten gleichberechtigten Preisträger, und auch dies wird langsam zu einer guten Tradition, honoriert der Stiftungsrat die langjährigen Aktivitäten eines Vereins: den Naturschutzverein Großgemeinde Kolkwitz e.V..
In diesem Verein zeigt sich in herausragender Weise, wie sich Menschen hochgesteckte Ziele setzen, sich gegenseitig ermutigen und dabei gemeinsam Erstaunliches erreichen. Dabei ist der Name "Naturschutzverein" Programm. So engagieren sich die Ehrenamtlichen in der Großgemeinde Kolkwitz seit mehr als 20 Jahren für Amphibien, Weißstörche, Ameisen, Schwalben, Schleiereulen Orchideen und viele Arten mehr.
Wie so oft geht es bei der Naturschutzarbeit auch zentral um den Menschen: um den Austausch mit Gleichgesinnten, den verbindenden Anspruch, die Hände eben nicht in den Schoß zu legen und gemeinsam etwas zu bewegen. Für sich, die Artenvielfalt und letztlich auch für kommende Generationen, für deren Anrecht auf eine lebenswerte Zukunft in lebenswerten Landschaften.
Weitere Preisträger ab 1998
Preisträger des Nachwuchs-Naturschutzpreises 2009 wurden die Umweltfüchse der Kindertagesstätte "Amalie Schmieder" aus Lübbenau. Entscheidend war die Verankerung des Projekts im Kita-Alltag, die Zahl der Kooperationspartner, das funktionierende Netzwerk auch aus Eltern und Großeltern sowie die konkreten lokale Bezüge.
Die Kindernaturschutzgruppe Ruhlsdorf aus der Gemeinde Nuthe-Urstromtal - fünf Mädchen und fünf Jungen unter Anleitung der pensionierten Lehrerin Eva Klawitter - setzen sich für das Naturschutzgebiet "Rauhes Luch" bei Luckenwalde ein. Dafür erhielten sie den Nachwuchs-Naturschutzpreis 2007. Ebenfalls geehrt wurden die Kinder des Naturkindergartens "Mauz & Hoppel" im Angermünder Ortsteil Schmargendorf sowie die Arbeitsgemeinschaft Natur der Grundschule "Am Egelpfuhl" Templin.
Der Brandenburger Naturschutzpreis ging im Jahr 2008 ging an Heinz Litzbarski aus dem Havelland sowie an den Familienbetrieb Gut Hirschaue aus dem Landkreis Oder-Spree.
Im Jahr 2006 ehrten wir Lieselotte Förster aus Forst und die Interessengemeinschaft Löcknitztal e.V..
Der Brandenburger Naturschutzpreis im Jahr 2004 wurde an Inge Sielmann (Heinz-Sielmann-Stiftung) und an die Dorfgemeinschaft von Lüdersdorf (Barnim) überreicht.
2002 wurden zwei ehrenamtlich und beruflich weit über das gewöhnliche Maß für den Naturschutz engagierte Menschen geehrt: Gerd Haase setzte seine gesamte Freizeit und auch private Finanzmittel für das Naturschutzgebiet "Lange-Damm-Wiesen und unteres Annatal" bei Strausberg ein. Der Landwirt Horst Möhring aus Lenzen an der Elbe leistete - indem er wirtschaftliche Tätigkeit und ökologische Maßnahmen verband - Richtungweisendes im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg.
Mit dem Brandenburger Naturschutzpreis 2000 wurden Andrej Jermaczek aus Polen und Ireneusz Chojnacki aus Deutschland für ihre Leistungen im grenzüberschreitenden WWF-Projekt "Grünes Band Oder -Neiße" ausgezeichnet.
Den ersten Brandenburger Naturschutzpreis erhielt im Jahr 1998 Rainer Krause, unter anderem bekannt als Filmemacher, durch seine Aktivitäten im Ökodorf Brodowin und durch das Museum Pehlitzwerder. Ausgezeichnet wurden außerdem die Arbeitsgruppe Naturschulhof der Grundschule am Priesterweg in Potsdam und der Regionalverband Prignitz der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.
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Carolin Trübe
Öffentlichkeitsarbeit
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